Ampfurth l Das kleine Dorf Ampfurth hat eine interessante Geschichte, die sich beispielsweise im einstigen Schloss, in der für die Börde einzigartigen Christus-Kirche und auch in der ehemaligen Telegrafenstation widerspiegelt. Jetzt kommt mit der Wiederholungswahl des Ortschaftsrates ein weiterer Punkt in der Historie hinzu. Die neu und zum wiederholten Male gewählten Ortschaftsratsmitglieder konstituierten sich am Mittwochabend erneut, wiederholten den Akt, den sie schon einmal im Sommer 2019 vollzogen haben. Vor der konstituierenden Sitzung in Ampfurth war das Wahlergebnis ohne Beanstandungen bestätigt worden, hat der Oschersleber Stadtrat am 14. Januar beschlossen, dass die Wiederholungswahl in Ampfurth gültig ist.

Gleiche Prozedur wie im Sommer

Albrecht Hinze, an Jahren ältester Ortschaftsrat und zugleich seit vielen Jahren bereits Mitglied des Ampfurther Rates, nahm die Verpflichtung des neu gewählten Gremiums vor, leitete wie schon im Sommer die Wahl des Ortsbürgermeisters. Dieses Amt wird nun für die nächsten knapp fünf Jahre Andreas Schmalstieg inne haben. Ihm stehen mit Katrin Bosse, Uta Schiefler, Albrecht Hinze und Udo Becker als nun rechtmäßig gewählte Ortschaftsratmitglieder der Wählergruppe „Ampfurth 2014“ zur Seite.

Noch grün hinter den Ohren

Andreas Schmalstieg, von Beruf Feuerwehrmann, meint zu seinem neuen Ehrenamt, dass er in diesen Dingen ziemlich „grün hinter den Ohren“ sei. Andererseits weiß er um die Unterstützung seines Vorgängers. Achim Röttger, seit 1988 in der Kommunalpolitik aktiv, gab das Amt des Ortsbürgermeisters auf, trat zur Kommunalwahl am 26. Mai 2019 nicht wieder an.

Erste Schritte schon umrissen

Der neue Ortschaftsrat sei vor allem angetreten, Ampfurth wieder attraktiver zu machen. Viel konnte in den vergangenen Jahren im Dorf gestaltet werden. Andererseits sei es nun schon wieder an der Zeit, dieses zu erhalten und zu pflegen. Teich- und Burganlage sollten touristisch aufgewertet werden. Kritisch sieht der Rat die Grünpflege im Ort, im Mühlenweg würden die Bäume „auseinanderfallen“. Man wünsche sich eine bessere Kommunikation mit der Stadt. „Ich wüsste schon gern, welche Arbeiten das für Ampfurth zuständige Team des Bauhofes zu erledigen hat und möchte nicht erst davon erfahren, wenn sie schon erledigt sind. Ampfurth soll wieder lebens- und wohnenswert werden“, so der neue Ortsbürgermeister. So lange die nötige Technik nicht zur Verfügung steht, erwarten die neuen Räte, dass die Sitzungsunterlagen in Papierform zur Verfügung stehen.

Teurer zweiter Wahlgang

Die Kommunalwahl vom 26. Mai 2019 in der Stadt Oschersleben brachte ein „historisches“ Ergebnis hervor. In Kleinalsleben stand nur ein Kandidat für den Ortschaftsrat auf der Liste, deshalb musste am 10. November 2019 eine Ergänzungswahl stattfinden. In Ampfurth stand ein Kandidat auf der Wählerliste, der gar nicht in dem Dorf gemeldet war. Um rechtlich auf der sicheren Seite zu stehen, folgte die Wiederholung. Termin war der 1. Dezember 2019. Ergänzungs- und Wiederholungswahl bedeuten: Erneut Wahlzettel drucken, Wahlvorstände bilden, Wahlhelfer organisieren. Arbeitszeit wird gebunden, zusätzliche Kosten werden verursacht. Dazu teilt Stadtsprecher Mathias Schulte mit: „Etwa 6 500 Euro haben die Ergänzungs- bzw. die Wiederholungswahl gekostet.“