Gröningen l Wer aus Richtung Hornhausen in Ottleben reinfährt, wird nach einigen Metern am Straßenrand der L 104 daran erinnert, dass er sich nunmehr in einer Ortschaft befindet und höchstens 50 Stundenkilometer fahren darf. Daran erinnert wird der Kraftfahrer zum einen, weil die Geschwindigkeit seines Fahrzeugs auf einer Tafel aufleuchtet. Zum anderen lächelt ihm auf jener Tafel überdies ein grüner Smiley entgegen, wenn er sich an diese Vorgabe hält. Während ihn ein trauriger roter Smiley anblickt, wenn er zu schnell fährt. Und damit der Fahrer all das auf dieser breiten ausgebauten Landesstraße nicht gleich wieder vergisst, steht einige Hundert Meter weiter eine weitere Smiley-Geschwindigkeitsangabetafel.

Wie die Gemeinde Ausleben auch schon im Bereich Turnhalle/Schule sowie dort, wo sich Ärztehaus, Bushaltestelle und Gaststätte befinden, solche Tafeln hat aufstellen lassen. „Das sind verkehrstechnische Schwerpunkte und wir wollen mit diesen Anlagen zur Verkehrsberuhigung beitragen“, sagt Auslebens Bürgermeister Dietmar Schmidt.

Nicht zuletzt sind es Anwohner der jeweiligen Straßenabschnitte und weitere Ausleber Einwohner gewesen, die die Gemeinde darum gebeten hatten, etwas gegen Raser zu unternehmen. „Deshalb hat der Gemeinderat im vorigen und im Jahr davor in unserem Haushalt das Geld für diese nun insgesamt vier Tafeln eingestellt, die jeweils etwa 2200 Euro kosten“, sagt der Bürgermeister und teilt zudem mit, dass alle vier Smiley-Anlagen an die Leitungen der Straßenbeleuchtung angeschlossen worden sind und es deshalb auch langfristig keine Funktions-Pobleme geben werde.

Tempo 30 gefordert

Wie diese Anlagen auch unterschiedlichen Höchstgeschwindigkeiten angepasst werden können. Was sich vor allem bei der jüngsten, also bei der erst im Dezember vergangenen Jahres im derzeitigen Straßenbaubereich Nussstraße/Drei Eichen aufgestellten Smiley-Geschwindigkeitsangabetafel als wichtig erweisen könnte. Denn hier hatte es in einem Teilbereich viele Jahre eine Tempo-30-Zone gegeben. Die aber vor einiger Zeit von der Verkehrsbehörde aufgehoben worden ist. Sehr zum Ärger der Ausleber, weshalb jetzt auch mit Hilfe einer Unterschriftensammlung diese Tempo-30-Zone zurückgefordert wird. „Die gut 450 Unterschriften liegen der zuständigen Behörde vor und wir warten nun, wie sie entscheiden wird“, sagt Dietmar Schmidt: „Sollte die Höchstgeschwindigkeit wieder auf 30 km/h begrenzt werden, bleibt der Smiley natürlich trotzdem stehen und wird auf diese 30 Stundenkilometer umgestellt.“

Während es schon bei Landesstraßen nicht einfach ist, Tempo-30-Zonen genehmigt zu bekommen, ist es bei Bundesstraßen noch um einiges schwerer. Weshalb auch die Gemeinde Am Großen Bruch seit zwei Jahren an verkehrstechnisch besonders problematischen Stellen auf Smiley-Geschwindigkeitsangabetafel setzt, um für mehr Sicherheit zu sorgen.

So dass es nun inzwischen in Hamersleben und in Neuwegersleben jeweils zwei solche Anlagen gibt, da durch diese beiden Orte die Bundesstraße 245 führt. Jene Smileys stehen kurz hinter den Ortseingängen „und sorgen meiner Meinung nach wirklich für mehr Sicherheit“, sagt Dietmar Hobohm, der Vorsitzende des Bauausschusses der Gemeinde Am Großen Bruch, in dem seinerzeit die ersten Gespräche über diese Tempoanzeigen geführt worden sind. Für die sich dann auch der Gemeinderat entschieden und die Kosten in den Haushalt aufgenommen hat.

„Den Anstoß dazu hatten uns seinerzeit vor allem Anwohner der Bundesstraße in diesen beiden Orten gegeben“, sagt Dietmar Hobohm. Der nicht nur als Kommunalpolitiker, sondern auch als Kraftfahrer von der Wirksamkeit dieser Geschwindigkeitstafeln überzeugt ist: „Diese Smiley-Anzeige beeinflusst mein Fahrverhalten so, dass ich immer bemüht bin, die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit konsequent einzuhalten.“