Seehausen l Die Gaststättenlandschaft in und um Seehausen hat im Laufe der Zeit viele Tiefpunkte erlebt, die kommunalen Ambitionen zur Entwicklung des Tourismus in der Region nicht sonderlich förderlich waren und sind. Nachdem im Forsthaus Barsberge und im Seehäuser Ratskeller endlich wieder Gäste bewirtet werden, folgt ein neuer Rückschlag.

Das Alanda, das die Osterburger Lebenshilfe als Tochtergesellschaft und integrativen Betrieb in der Hansestadt etablieren wollte, schließt nach einem letzten missglückten Neuanlauf im März zum Jahresende endgültig die Türen. Regulär geöffnet hat das Restaurant schon länger nicht mehr. Wenn dieser Tage noch Veranstaltungen stattfinden, dann die, die langfristig gebucht waren. Dann sei Schluss, so Lebenhilfe-Geschäftsführerin Sarah Maaß im Gespräch mit der Volksstimme. Der Vorstand habe das kürzlich beschlossen. Die Entscheidung sie nicht leicht gefallen, aber alternativlos gewesen.

Es scheiterte vor allem am Fachpersonal

Es habe am mangelnden Personal gelegen, betont Maaß. Zum einen seien Fachkräfte derzeit generell Mangelware. Im Alanda kam noch erschwerend dazu, dass zwei (ursprünglich drei) Menschen mit Handicap – je eine Person im Service und im Hotel – angeleitet werden mussten. Das hätten einige wohl unterschätzt oder kurz vor knapp aus Angst vor der Herausforderung wieder einen Rückzieher gemacht, so wie bei der geplanten Wiedereröffnung im Frühjahr (wir berichteten).

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Ohne Restaurantbetrieb seien irgendwann auch die Übernachtungszahlen zurückgegangen, die den Inklusionsbetrieb noch über Wasser gehalten hatten. Jetzt musste die Reißleine gezogen werden, obwohl die Sache nach großen Investitionen vielversprechend angelaufen war.

Sarah Maaß tut die Entscheidung nicht nur weh, weil das Alanda mit dem Integrationshintergrund ein Novum im Land und eine Herzensangelegenheit ihrer Vorgängerin Regina Bahlke war, sondern auch, weil die Lage der gastronomischen Einrichtung ideal und die Ausstattung von Restaurant sowie der neun Doppel-Zimmer erstklassig sei.

So etwas stemmt derzeit nur ein Familienbetri

Die beiden betroffenen Menschen mit Handicap würden nicht arbeitslos auf der Straße landen, und ein Verkauf des Hauses wäre keine Option, stellte die Geschäftsführerin fest. Derzeit sei man intensiv auf Ideensuche für die Immobilie. Was angesichts von drei Stockwerken und fehlendem Fahrstuhl für eine Institution wie die Lebenshilfe nicht so einfach sein dürfte. Ob Hotel und Restaurant vielleicht mal von Dritten geführt werden, sei nicht absehbar. Fakt scheint, dass ein gastronomischer Betrieb dieser Größenordnung auch unter normalen Umständen nur mit Angestellten schwer zu halten ist. Das schaffen derzeit wohl nur Familienunternehmen, wie auch das nähere Umfeld zeigt.

Der Seehäuser Bürgermeister Detlef Neumann bedauert das Aus für das Alanda außerordentlich, weil das Hotel seinen Gästen immer ein sehr gutes Niveau bieten konnte. Das Stadtoberhaupt wünscht sich inständig, dass es vielleicht doch noch einen Neuanfang für das Haus gibt.