Arneburg l Die Spitze des Eisbergs ist ein Sachverhalt im Zusammenhang mit dem Arneburger Rüstwagen. Diesem fehlt laut Fruhner nicht nur Ausrüstung (Plasmaschneider, Werkzeugkasten), diesem fehle vor allem eine richtige Verladung. Sprich, „die Ausrüstung fliegt hin und her“. 2017 sollte laut Fruhner Abhilfe geschaffen werden. Der Kostenvoranschlag einer Firma, die das gebraucht aus Egeln gekaufte Fahrzeug bereits kannte, war eingeholt. Fruhner hoffte auf einen kurzen Dienstweg. Und erfuhr nun, dass die Verbandsgemeinde erst noch ein weiteres Angebot einholt. „Das war für mich ein Schlag ins Gesicht.“ Datiert auf Mittwoch verfasste er seine Rücktrittserklärung. „Ich habe das Vertrauen in die Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck verloren, für mich gibt es keinen Grund, länger eine Position zu leiten, in der man nicht ernst genommen wird und das im Ehrenamt“, heißt es im Schreiben, das an Verbandsgemeindebürgermeister René Schernikau gerichtet ist.

Dieser zeigte sich Donnerstag von dem Schritt Fruhners überrascht. „Vom 26. Januar bis jetzt können wir noch nicht so viel ändern“, sagte er. Und spielt damit auf die Jahreshauptversammlung an, in der Fruhner sich bereits Luft gemacht hatte. In Bezug auf das jahrelange Warten auf das LF 20, das Dilemma um das Rochauer HLF und weitere Aspekte, die der Feuerwehr das Gefühl geben würden, nicht ernst genommen zu werden.

Schernikau sei hierauf auf Fruhner zugegangen, er sollte zunächst im kleinen Kreis, dann im Ordnungsausschuss nochmal mitteilen, wo genau der Schuh drückt. „Wir sind ja an den Themen dran“, betont Schernikau. Zum Beispiel kritisiere Fruhner völlig zu Recht, dass geplante Investitionen erst zu spät im Jahresverlauf angeschoben werden. „Da müssen wir besser werden.“ Doch sei auch zu bedenken, dass Schernikau dem Verbandsgemeinderat eine astreine Beschlussvorlage anbieten muss, „die wirtschaftlichste“. Und dazu gehören im Normalfall doch zumindest zwei Angebote, zumal das erste teurer ausgefallen war als erwartet. „Aber hätte man die Angebote nicht zeitgleich einholen können?“ So fragt Fruhner, der von „Hinhaltetaktik“ spricht. Ja, das hätte man wohl, „aber dass auch hier in der Nähe eine Firma so etwas macht, haben wir da noch nicht gewusst“.

Dass sich bei der Feuerwehr offensichtlich Frust angestaut hat, könne Schernikau nachvollziehen, „aber dass wir unsere Feuerwehr nicht ernst nehmen, stimmt nicht. Wir sind nicht im Tiefschlaf“. So erinnert Schernikau abseits der beschlossenen Risikoanalyse auch an die 76.000 Euro an Entschädigungen, die in 2017 an die Kameraden geflossen sind – weit mehr als in anderen Kommunen. Keine Frage, dass sie problemloser fließen müssten, was auch ein Kritikpunkt war.

Für Fruhner persönlich war das Maß nun voll. „Es kommt mir manchmal vor, als ob sie uns ein Hobby finanzieren sollen“, so der 37-Jährige. „Dabei geht es um die Sicherheit der Bürger, auch um unsere.“ Fruhner bleibt Kamerad der Wehr. Während sein Ortswehrleiter Ronny Hertel hofft, „dass die offenen Fragen in Kürze geklärt werden können“.