Werben l Die Werbener Stadtväter lassen in ihren Bemühungen keineswegs nach, um dem ehemaligen Schulgebäude am Sportplatz wieder Leben einzuhauchen. So sollen auch in den kommenden Wochen Gespräche mit einem Interessenten geführt werden, der die Räume der seit 2014 leerstehenden Bildungsstätte womöglich nutzen möchte. Werbens Bürgermeister Bernd Schulze sprach während der jüngsten Stadtratssitzung am Dienstagabend von einer Tagespflege, die Interesse bekunden würde, sich im Elbstädtchen niederzulassen.

Allerdings muss die Kommune im Vorfeld in die leerstehende Immobilie investieren, damit sie für Unternehmen interessant ist. „Die Voraussetzung ist Barrierefreiheit“, betonte das Stadtoberhaupt, das alle Hebel in Bewegung setzt, damit die Schule wieder einer Nutzung zugeführt werden kann. Denn darin scheinen sich die Kommunalpolitiker einig zu sein: In dem markanten Gebäude sollte wieder Leben herrschen.

Doch zunächst muss die Stadt ihre Hausaufgaben machen. Die angesprochene Barrierefreiheit kann nur durch den Einbau eines Fahrstuhls realisiert werden. Bernd Schulze setzte sich mit einem Havelberger Architekten in Verbindung, der für die Hansestadt tätig war und eine kostenlose Studie übergab, wofür sich der Bürgermeister bedanken möchte.

Der Einbau eines Fahrstuhls kann demnach von außen und auch innen geschehen. Beide Varianten könnten demnach diskutiert werden, wobei die dafür notwendigen finanziellen Mittel etwas abweichen. Schulze sprach von 50 bis 70.000 Euro für die Innen- und bis zu 100.000 Euro für die Außen-Variante. Das seien geschätzte Summen. „Wir sollten uns als Stadt positionieren“, regt der Bürgermeister eine Diskussion an.

Zwei Varianten kommen gut an

Grundsätzlich sind die Werbener Stadträte sehr froh, dass zwei Varianten für den Einbau eines Fahrstuhls in Frage kommen und damit das Projekt „Nutzung der ehemaligen Schule“ wieder Fahrt aufnimmt. „Das ist immer positiv zu bewerten“, sagte am Dienstagabend Stadträtin Ines Bergmann, die sich als Mitglied der Planungsgruppe für eine Freie Grundschule schon seit 2014 Gedanken macht, wie die ehemalige Schule wiederbelebt werden kann. Sie favorisiert für den Ort einen Bildungsträger, sei aber auch nicht abgeneigt, wenn das Haus anderweitig genutzt werden könnte. Zwei Gespräche mit möglichen Investoren für Bildungseinrichtungen würden noch ausstehen. „Wir sollten alle Seiten ausloten“, hält Bergmann Gespräche mit allen möglichen Interessenten für sinnvoll.

In der nächsten Stadtratssitzung sollte das Thema konkretisiert werden. Dann möchte der Bürgermeister klären, ob die Kommune Geld in die Hand nehmen soll, um mit einem Fahrstuhl die Barrierefreiheit zu schaffen. „Das wäre auf jeden Fall eine Chance, das Objekt zu vermieten.“

Bereits nach dem Aus für die Grundschule vor sechs Jahren bemüht sich die Stadt mit der Planungsgruppe für eine Weiterexistenz der Schule beziehungsweise des Objektes. Das Landesschulamt genehmigte keine Schule in privater Trägerschaft.