Werben l Der Berliner Christian Brachwitz ist seit 40 Jahren als Theaterfotograf tätig und nennt die Hansestadt Werben seit 1993 seinen zweiten Wohnsitz. Die Liebe zur Elbestadt resultierte nicht zuletzt daraus, dass seine Ehefrau gebürtige Werbenerin ist. Schon lange sei eine Ausstellung des Künstlers in dem altmärkischen Städtchen geplant gewesen, in diesem Jahr sollte sie im Rahmen der „Kultour-spur“ des Wischevereins endlich realisiert werden. Doch die Corona-Pandemie machte dem ganzen Vorhaben einen dicken Strich durch die Rechnung – die „Kultourspur“ musste abgesagt werden. Die Inititiatoren verwarfen das geplante Event um den Theaterfotografen dennoch nicht, sondern warteten ab. Bürgermeister Bernd Schulze (parteilos) gab nun schließlich grünes Licht und die erste Ausstellung von Christian Brachwitz in Werben konnte am Sonnabend unter den mittlerweile etwas gelockerten Corona-Auflagen in der Salzkirche eröffnet werden.

Zahlreiche Leute erschienen. „Endlich geht es wieder los und das kulturelle Leben nimmt so langsam wieder fahrt auf“, freute sich eine Besucherin ganz besonders darauf. Auch Christian Brachwitz äußerte sich bei der Begrüßung positiv: „Die Werbener mussten ja nun lange genug darauf warten und sehen mit dieser Ausstellung von mir jetzt auch mal eine etwas andere Seite“, so der Gartenfreund. Schließlich hätten die meisten Werbener Brachwitz bisher „nur“ mit dem grünen Daumen und dem Spaten in der Hand gekannt.

„Christian Brachwitz bringt die verschiedensten Motive regelrecht in Bewegung“, zeigte sich der Theaterkritiker Hartmut Krug bei seiner Eingangsrede sichtlich beeindruckt. „Man muss als Bildbetrachter schon etwas arbeiten. Es gibt keine Erklärung dazu, man muss dabei wirklich ein wenig denken, um beispielsweise das Theaterstück auf einem jeweiligen Motiv zu erraten.“ Brachwitz hat 20 verfremdete und verdeutlichte, großformatige Fotos in den Räumlichkeiten der Salzkirche ausgestellt. „Die Auswahl der Motive fiel mir richtig schwer“, gestand der gebürtige Dessauer. Brachwitz arbeitete zu DDR-Zeiten für die Kulturzeitung „Der Sonntag“. Die Wochenzeitung wurde vom Kulturbund herausgegeben. Eines Tages erhielt er den Auftrag, für ein Titelbild in das in Berlin ansässige Deutsche Theater zu fahren, um ein neuinszeniertes Stück auf der Bühne in Fotos festzuhalten. Dort traf Brachwitz auf Alexander Lang, der damals gerade in die erste Reihe der DDR-Regisseure aufstieg. Seit diesem Tag arbeitete Brachwitz mit Lang zusammen. Mit den Jahren machte er sich in Deutschland und Österreich einen Namen. Ausstellungen von Brachwitz‘ Bildern sind rar. Für die Werbener habe er gerne eine Schau zusammengestellt.

Bilder

Die Ausstellung läuft mindestens bis Ende Juli und ist täglich von 11 bis 16 Uhr zu sehen. Im Zweifelsfall beim Tourismusbüro im Rathaus nachfragen.