Osterburg l Der Platz für Radfahrer in der Osterburger Einkaufsstraße ist begrenzt. Die schmale Fahrbahnbreite macht es radelnden Bürgern, die mit ihrem Gefährt in nördlicher Richtung und damit entgegengesetzt der Einbahnstraße unterwegs sind, was die Verkehrsregelung erlaubt, oft nicht einfach. Der Osterburger Burghard Menk fragte jüngst in der Stadtratssitzung nach, ob es Überlegungen gebe, die gegebene Situation in der Innenstadt radfreundlicher zu gestalten.

Für Einheitsgemeinde-Bürgermeister Nico Schulz und die Verwaltung sind diese Nachfragen nicht neu. „Immer mal wieder“ gebe es Bürger, die den Zustand mit dem geringen Platz für Radfahrer kritisieren. Menk sieht die radelnde Bevölkerung im Boulevard gefährdet und fragte konkret nach, ob ein halbseitiges Parken der Fahrzeuge auf der einen Seite des Gehwegs realistisch sei, was letztendlich mehr Platz für den dortigen Straßenverkehr schaffen würde. Die Verwaltung hat die Möglichkeit bereits geprüft. Für Nico Schulz ist der Aufwand nicht gerechtfertigt, er möchte an der aktuellen Situation festhalten.

„Das halbseitige Parken wäre mit größeren Umbaumaßnahmen verbunden“, betont der Bürgermeister. Die auf dem äußeren Rand des Gehwegbereiches vorhandenen Straßenlaternen, Bänke, Fahrradständer, Schilder und anderes müssten an diesen Stellen weichen, um es Autos zu ermöglichen, dort zu parken. „Das Problem ist ja schon länger bekannt“, so Schulz, der an den Beschluss des Osterburger Stadtrates erinnerte. Ein Teil des Gremiums favorisierte eine Fußgängerzone ohne jeglichen Straßenverkehr. Der andere Teil war für eine Straße, die befahrbar ist. Und so hätten sich beide Lager auf einen Kompromiss bei der Gestaltung der Einkaufsstraße geeinigt: Eine schmale Fahrbahn, dafür breite Gehwege. „Die richtige Entscheidung“, wie Nico Schulz findet. So sind die Geschäfte auch mit dem Auto erreichbar. Diese Kundenfreundlichkeit würden auch die Unternehmer als sinnvoll erachten.

„Man kann nur an beide Seiten appellieren“, hofft der Bürgermeister wie in der Vergangenheit auf die Vernunft und Rücksichtnahme sowohl der Pkw-Fahrer als auch der Radler. Wenn die Radfahrer, die die Straße entgegen der Einbahnstraße befahren, merken, dass sie sich nicht sicher fühlen, müssten sie ihr Gefährt auf dem Bürgersteig schieben. Andererseits dürfen Autofahrer die 20km/h-Grenze nicht überschreiten. Eine Alternative gibt es: Die Regelung, dass Radfahrer im Einmündungsbereich zur Bismarker Straße und somit entgegen der Einbahnstraße in die Einkaufsstraße „einbiegen“, könnte wegfallen. Dann dürften die Radler von dieser Seite nicht mehr hinein. Aber dies könne nicht im Interesse der Radfahrer sein – auch für Nico Schulz keine Lösung.