Kossebau/Osterburg l Noch am Dienstagabend zeigte sich der Seehäuser Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth (Freie Wähler) sehr glücklich darüber, „dass uns Corona bisher nur marginal getroffen hat“. Kaum Fälle und auch wenig Leute, die in Quarantäne mussten. Doch schon eine Nacht später war die Lage eine andere. Wie Kloth am Mittwoch informierte, hat der Landkreis Stendal die Kita Kossebau komplett schließen müssen. „Am nächsten Tag ist alles anders, so schnell geht das.“

Eine Erzieherin der Einrichtung ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Da laut Landkreis eine Eingrenzung auf eine bestimmte Kindergartengruppe nicht möglich war, musste die Einrichtung komplett geschlossen werden. „Wir sind gemeinsam alles durchgegangen, aber die Gegebenheiten lassen keine Trennung zu“, sagt Kloth. Etwa wegen des Kitabaus (einer alten Villa) oder Geschwisterkindern in der Einrichtung. Alle Kinder und die Erzieher stehen deswegen ab sofort für zwei Wochen unter Quarantäne – insgesamt 50 Personen.

Doch damit nicht genug. Auch für ein Kind, das in der Osterburger DRK-Kindertagesstätte „Sonnenschein“ betreut wird, liegt nach Angaben aus dem Stendaler Landratsamt ein laborbestätigter Corona-Infektionsfall vor. Bei der Osterburger Kindereinrichtung war laut Landkreis aber eine Abgrenzung möglich. Die Kita musste deshalb nicht gänzlich geschlossen werden. 16 Mädchen und Jungen sowie fünf Mitarbeiter der Einrichtung befinden sich in Quarantäne.

Ein weiterer Coronafall wirkte sich am Mittwoch auf den Schulalltag der Zwölftklässler des Markgraf-Albrecht-Gymnasiums Osterburg aus. Ein Schüler aus der 12. Klassenstufe, der am Wochenende Geburtstag gefeiert hatte, ist ebenfalls positiv auf das Coronavirus getestet worden.

Wie Schulleiterin Elke Hein informierte, blieben am Mittwoch Mitschüler, die beispielsweise aufgrund des gleichen Kurses in Verbindung zu dem Erkrankten standen, vorsorglich zu Hause. Zudem wurden nach Volksstimme-Informationen zwei für gestern geplante Klausuren verschoben. Da dieser Fall aber nicht direkt in Verbindung mit dem Gymnasium stehe, sind ab Donnerstag neben dem Erkrankten nur noch drei weitere Gymnasiasten in Quarantäne, die an der Geburtstagsfeier teilgenommen hatten oder, womöglich als Sitznachbar, näher mit ihm in Kontakt waren. Alle anderen Zwölftklässler sind ab Donnerstag wieder im normalen Schulbetrieb.

Insgesamt vermeldete der Landkreis am Mittwoch sieben neue Corona-Fälle. Das Gesundheitsamt weise daraufhin, „dass es sich um ein voneinander unabhängiges Infektionsgeschehen handelt“, teilt Kreissprecherin Sabrina Lamcha mit. Aktuell befänden sich im Kreis 110 Personen in Quarantäne.