Seehausen l "Wir leben nicht auf einer Insel der Glückseligen“, machte der Seehäuser Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth (Freie Wähler) am Dienstagabend mit Blick auf die auch an Elbe und Aland kräftig steigenden Infektionszahlen deutlich. Die Corona-Pandemie und deren zweite (Dauer-)Welle bestimmte einen großen Teil der letzten Sitzung des Verbandsgemeinderates für das zu Ende gehende Jahr.

Bei der Tagung im Schulungsraum der hansestädtischen Feuerwehr stellten die Kommunalpolitiker nicht nur die Weichen für den Haushalt 2021, Kloth ließ in seinem Bericht auch erahnen, dass sich die Verwaltung nach dem Frühjahr auf einen zweiten Stillstand des öffentlichen Lebens oder zumindest auf noch schärfere Kontaktbeschränkungen als derzeit vorbereitet.

Persönliche Termine nur mit Voranmeldung

Das heißt zum Beispiel, dass im Rathaus und im Anbau ab Montag neben der allgemeinen Maskenpflicht wieder gilt, die Verwaltung nur in dringenden Fällen und dann auch nur mit Terminabsprache persönlich aufzusuchen (wir berichteten). Parallel dazu habe man die Möglichkeiten für das sogenannte Homeoffice in den vergangenen Wochen vorangetrieben, falls es wieder dazu kommen sollte, sozusagen in zwei Schichten abwechselnd jeweils im Rathaus oder von zu Hause agieren zu müssen. „Die Verwaltung muss (auch bei einem Ansteckungs- oder Quarantänefall) arbeitsfähig bleiben“, bekräftigte Kloth.

Um das zu erreichen, haben die Verantwortlichen unter anderem bei der Servertechnik und bei der Software gezielt nachgebessert, um mehr Verwaltungsakte von zu Hause aus erledigen zu können. Was insbesondere beim Rechnungswesen eine wichtige Rolle spielt, um laufende Investitionen oder Unterhaltungsarbeiten nicht zu gefährden. Außerdem wurden zehn Laptops angeschafft, die inzwischen fast vollständig für ihren Einsatz außerhalb der Rathausmauern eingerichtet sind. Und: Die Neuerungen in Sachen Hard- sowie Software sollen sich auch in Nach-Corona-Zeiten bewähren dürfen. Rüdiger Kloth ließ durchblicken, dass man in der gemeinsamen Kommunalverwaltung dem allgemeinen Trend zu mehr Heimarbeit folgen und damit den Befindlichkeiten der Angestellten entgegenkommen könnte.

Grundschule schickt eine Klasse in Quarantäne

Dienstag berichtete der Verbandsgemeindebürgermeister auch darüber, dass die Vorsichtsmaßnahmen des Seehäuser Grundschulleiters zum Wochenbeginn doch nicht unbegründet waren. Inzwischen sei ein Corona-Fall bestätigt, weshalb das kreisliche Gesundheitsamt die Klasse 1 b samt Lehrerin nun ganz offiziell unter Quarantäne stellte. Die Betroffenen sind informiert. Die Maßnahme gilt vorerst bis zum kommenden Sonnabend, 12. Dezember.