Gladigau l Allein die Deko in diesem Hotel! Zum Herz geformte weiße Handtuch-Schwäne auf dem Bett verheißen sofort, dass Paaren dort Besonderes bevorsteht: Mit Viola Schößlers Komödie "Rosendaag un klaute Juwelen" startete das Dorftheater Gladigau am Sonnabend in seine 16. Spielzeit.

Regisseur Norbert Lazay hatte seit August die Fäden in der Hand und begann den Abend traditionell mit einem Lob auf die 44 Sponsoren und einem Witz. Wie aktuell das Stück wäre, wurde ihm zugegeben erst klar, als er von Sängerin Ireen Sheers Schmuckverlust in einem Hotel erfuhr. Genauso sollte es Rita von der Weide (Christine Neumann) ergehen. Dabei hatte sie doch im Altmarkhotel drei Tage „Kuschelzauber“ gebucht, um in einem letzten Versuch "die Ehe to retten." Wobei - "wat‘n för Ehe?" fragt ihr Mann Alexander (zum 15. Mal dabei: Torsten Dahms). Längst haben die beiden Geliebte, die sie auch schnellstmöglich treffen wollen: Melanie (Beate Henning) und Bob (Danny Schulz). Nur müssen sie vorher den jeweiligen Ehepartner wegekeln.

"De Fruuns natolopen hett noch nie een schadet. Dat Problem is blots, wenn man se inhaalt", das ist der Brüller des Abends. Und Probleme treten tatsächlich auf, als sich Melanie als Handwerkerin einschleicht und vor dem Hoteldirektor (Otto Kaufmann) "mit de Oogen klimpert". Auf einmal sind die Juwelen weg, und eine pflichtbewusste Polizistin (Undine Reisener) stellt unangenehme Fragen... Als der Vorhang fällt, brodelt Applaus auf.

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"Es hat mir sehr gut gefallen, wie immer", lobte die Gladigauerin Manuela Uhrhan, die selbst einmal mitwirkte. Mit dieser Meinung stand sie nicht allein da. Gründe gibt es viele: das liebevoll eingerichtete Hotelzimmer, der Ausblick auf den Arendsee, wo man Fahrradfahrer und "Queen" abwechselnd auftauchen sieht, das Augenklimpern von Beate Henning, der verdatterte Blick von Otto Kaufmann, die hochgezogenen Brauen von Torsten Dahms, die empörte Schnute von Christine Neumann...

"Torsten und ich sind ein eingespieltes Team und haben viel Spaß", bemerkte Neumann nach der Premiere, "er war schon mein Sohn, mein Neffe und auch mein Mann." Fortsetzung nicht ausgeschlossen.