Seehausen l Bürgermeister Detlef Neumann konnte einige Bürger der Stadt zur Einweihung der Bücherzelle am 23. August begrüßen und freute sich, dass die Kaschade-Stiftung, die Altmärkische Bürgerstiftung und die Bücherfreunde Stendal diesen neuen Servicepunkt inmitten der Stadt mit realisierten. Somit ist es nun möglich, sich Literatur aus der Zelle, die einem offenen Bücherschrank gleicht, zu entnehmen oder zu tauschen.

Die Stadt hätte es sich bei der Suche nach einem idealen Standort nicht leicht gemacht, betonte der Bürgermeister, der davon sprach, dass zunächst vier Bereiche vorgeschlagen und näher beleuchtet worden waren. Der aktuelle Ort erhielt per Beschluss des Stadtrates den Vorzug gegenüber dem Postplatz, der Gemeinschaftsschule und dem Platz an der Stadt- und Touristinformation. „Auch aus Sicht des Bauamtes ist dies der beste Platz“, schob Neumann nach.

Allerdings gibt es auch kritische Töne. „Der Standort ist sehr unglücklich gewählt“, hält Claudia Preuschoff die Platzierung an jener Stelle fast für einen Schildbürgerstreich. Die Bücherzelle steht nur rund drei Meter vor dem Schaufenster eines Ladens, in dem künftig wieder Leben einziehen wird. Die Immobilie verliert für sie aufgrund der sichtbehinderten „Zelle“ an Wert. Die neue Nutzerin, Apothekerin Ute Romahn, sei zunächst „auch geplättet gewesen“. Sie hofft, dass die neue Einrichtung aufgewertet wird und sich zu einem Hingucker entwickelt.

Claudia Preuschoff, die erwähnte, dass über diese Situation mehrere Geschäftsleute unzufrieden seien, hofft indes, dass sich der Seehäuser Stadtrat diese Entscheidung nochmal überdenkt. „Fehler sollte man korrigieren.“ Ihrer Meinung nach gibt es in der Nachbarschaft viel bessere Standorte.

Detlef Neumann hofft vielmehr, dass die Bücher-Tauschstation gut angenommen und entsprechend pfleglich behandelt wird. Er kann sich vorstellen, dass sie noch aufgewertet wird: mit Farbe und Kunst. Die Jugendlichen sind gefragt.

Dass diese Anregung auch von den Seehäuser Jugendlichen gekommen war, daran erinnerte Walter Fiedler, stellvertretender Bürgermeister der Stadt. Zudem betonte er, dass alle Entscheidungen des Rates bei den Sitzungen diskutiert werden, Bürger sind stets willkommen und können Hinweise geben. Die Seehäuser Bücherzelle ist die insgesamt 38. im Landkreis. Sie beherbergt rund 200 bis 300 Bücher mehrerer Genres. „Wir freuen uns, dass sie so gefragt sind“, sagt Christian Müller, Geschäftsführer der Kaschade-Stiftung.