Hohenberg-Krusemark l Da die radelnden Touristen lieber direkt an der Elbe entlang rollen als abseits davon, wie die Verantwortlichen des Landkresies betonen, ist ein neuer Trassenverlauf des Elberadwegs in der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck im Gespräch. Die Mitglieder des Kultur- und Heimatvereins aus Arneburg können sich mit einer neuen Strecke, die von Arneburg in Richtung Dalchau führen könnte, anfreunden. Das war jüngst das Ergebnis einer Versammlung der Heimatfreunde.

Die Einwohner der Gemeinde Hohenberg-Krusemark und speziell die Mitglieder aus dem Gemeinderat um Bürgermeister Dirk Kautz sind angesichts des Fazits des Arneburger Vereins enttäuscht. Würde der Fall eintreten und die Streckenführung wie aktuell über Dalchau geplant geändert, werden künftig viel weniger Pedalritter durch Hohenberg-Krusemark gelangen. „Der Elberadweg führt durch die wirtschaftlich schlechteste Region Deutschlands. Deshalb sollte es darum gehen, das Leben hier zu erhalten“, kann auch Olaf Schmidt, stellvertretender Bürgermeister der Gemeinde Hohenberg-Krusemark, eine Streckenänderung in keinster Weise nachvollziehen. Hohenberg-Krusemark, Groß Ellingen und Schwarzholz, die seit Anfang der 90er Jahre an den Elberadweg angebunden sind, würden die Verlierer sein. Gastronomen und Inhaber von Pensionen profitieren natürlich von den Gästen. „Die übrigens unsere Region loben“, versicherte Bürgermeister Dirk Kautz, der sich unter anderem mit den Bettenanbietern austauschte. Im Übrigen fahren die Inhaber der Pensionen ihre Gäste auch zum Essen zu den Gaststätten nach Arneburg. Ein beliebtes Ziel auf der von Arneburg in Richtung Hohenberg-Krusemark ausgeschilderten Route ist die zwischen Groß Ellingen und Krusemark gelegene Kirche. In dem dort ausgelegten Gästebuch stehen eine Vielzahl positiver Berichte.

Auf einer der vergangenen Sitzungen lag dem Gemeinderat Hohenberg-Krusemark eine von der Verwaltung erarbeitete Beschlussvorlage auf dem Tisch: Das Gremium sollte dort für einen neuen Trassenverlauf stimmen. „Wir können doch nicht etwas, was sich auf unsere Region negativ auswirkt, beschließen“, so der Bürgermeister, der übrigens die Strecke nach Dalchau, die auch an das Industriegebiet vorbei führt, nicht unbedingt als ein Kleinod und damit als nicht gerade attraktiv bezeichnen würde.

Hinzu käme bei einer neuen Trassenführung, die die aktuelle Beschilderung über Krusemark außer Kraft setzen würde, ein weiterer Kritikpunkt: „Wir müssten wieder neue Flächen versiegeln“, sagt bezogen auf den Bau neuer Wege Olaf Schmidt, der wie Dirk Kautz hofft, dass man mit den Arneburger einen Konsens erzielen wird. Ratsmitglieder aus Hohenberg-Krusemark und der Stadt Arneburg sitzen unter anderem beim Planungsverband zum Industrie- und Gewerbepark an einem Tisch. „Wir arbeiten dort gut zusammen“, meint Kautz, der die Verantwortlichen aus Arneburg, auch die des Kultur- und Heimatvereins, gern zu Gesprächen über den Elberadweg einlädt.

Der Landkreis Stendal spricht von kritischen Stimmen einiger Radler, die angesichts des „Schlenkers“ über Hohenberg-Krusemark lieber einen Weg nahe der Elbe bevorzugen würden. Deshalb sollen nun die Meinungen der betreffenden Räte (Krusemark und Arneburg) eingeholt werden.