Iden l Die im August von der Verbandsgemeinde Arneburg-Goldbeck gekaufte Drehleiter ist einsatzbereit. Bei entsprechenden Notfällen wird sie von der in Stendal ansässigen Rettungsleitstelle mit alarmiert. Zehn Feuerwehr-Mitglieder drückten dafür die Schulbank und bildeten sich am 270 ps-starken Gefährt, das in Iden seinen Platz hat, fort.

„Die Einsatzbereitschaft ist 24 Stunden am Tag gegeben“, betont Stefan Lange, stellvertretender Ortswehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Iden-Rohrbeck, der zu den zehn Blauröcken zählt, die zukünftig auf dem Hubrettungsfahrzeug zu den Einsätzen unterwegs sein könnten. Während die Drehleiter an vielen Übungstagen im letzten Quartal des vergangenen Jahres für die Verantwortlichen im Mittelpunkt stand, bildeten sich die zehn Wehr-Mitglieder zudem in der Theorie während einer Schulung weiter. Die Hubrettungstechnik und deren Anwendung sei ein komplexes Feld. Zukünftig steht das Fahrzeug in den Startlöchern.

Idener Gerätehaus soll erweitert werden

Verbandsgemeinde-Wehrleiter Michael Nix hatte sich stets für den Erwerb eines solchen Fahrzeugs stark gemacht. Es gab auch Meinungen im Arneburg-Goldbecker Rat, die wie in den Jahren zuvor auf die Nachbarschaftshilfe setzen wollten. Sowohl Stendal als auch Osterburg oder Seehausen sind im Besitz einer Drehleiter. Einerseits sei jedoch der abwehrende Brandschutz Auftrag der Verbandsgemeinde, andererseits gehe es um Sekunden bei der Lebensrettung. Die deutliche Mehrheit im Gremium stimmte Anfang August während einer außerordentlichen Sitzung für den Kauf einer gebrauchten Drehleiter, die seit 28. August in Iden steht. Kostenpunkt rund 100 000 Euro.

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Mitglieder der Feuerwehr aus dem Wischeort um Wehrleiter Dirk Raschke holten das Vehikel mit komplett neuem Aufbau aus der in der Südpfalz gelegenen Stadt Kandel ab. Seitdem ist das Fahrzeug vom Typ Metz (DLK 23/12) in einer Halle unweit des Domizils untergebracht, da das Gerätehaus in Iden nicht die entsprechende Größe besitzt. „Die Halle stellt aktuell eine gute Alternative dar. Aber sie kann nicht die Lösung sein“, sagt Stefan Lange.

Tatsächlich möchte die Kommune in Iden für moderne Verhältnisse sorgen. Pläne für die Erweiterung des Gerätehauses existieren und sollen in die Tat umgesetzt werden. Voraussetzung für das Projekt ist die finanzielle Unterstützung: Die Kommune gab den Fördermittelantrag bereits ab. Falls dieser positiv beschieden wird, könnten die Planungsleistungen für die Erweiterung des Idener Domizils ausgeschrieben werden. Aufgrund des Werdegangs hält Simone Kuhlmann, Leiterin des Fachbereichs Gemeindeentwicklung bei der Verbandsgemeinde, die Umsetzung des Ziels für dieses Jahr für „eher unwahrscheinlich“. Im 2021er Etat hat die Verbandsgemeinde den Eigenanteil eingetaktet. Insgesamt rechnet die Kommune mit Gesamtkosten von rund 470 000 Euro.

Bei einer möglichen Alarmierung (ab Brandstufe B) werden mit dem Maschinisten, dem Gruppenführer und dem Korbführer drei Personen in der Drehleiter Platz nehmen. Weitere Brandbekämpfer rücken mit den anderen Löschfahrzeugen zum Einsatz aus. In jedem Fall mit dem LF8 der Idener Wehr. „Da führen wir zwölf Atemschutzgeräteträger und Korbführer mit“, so Lange .

Die Drehleiter wird zu Übungszwecken auch an anderen Orten und demzufolge bei anderen freiwilligen Feuerwehren der Verbandsgemeinde präsent sein. „Sobald die Lage dies zulässt“, sagt Stefan Lange, der auch als stellvertretender Verbandsgemeinde-Wehrleiter fungiert.

An der Drehleiter-Schulung nahmen teil: Dirk Raschke, René Schild, Eileen Stanowski, Ralf Topsch, Stefan Lange (alle aus der Feuerwehr Iden), Ingo Uhrmeister, Marcel Prodehl (beide Rohrbeck), Heiko Köhne (Lindtorf), Franz Diedrichs (Werben) sowie Christian Schulz von der Feuerwehr Hohenberg-Krusemark.