Krevese l Angefertigt wurde die Decke von Renate Karl aus Schönebeck (bei Magdeburg), die in Krevese geboren ist. „Aber der Anstoß dazu kam von Ilse Trallo“, sagte sie. „Sie hat den Stein gewissermaßen ins Rollen gebracht. Die heute 91-jährige Ilse Trallo lebt in Hamburg, hat ebenfalls in Krevese das Licht der Welt erblickt und denkt noch sehr oft an ihren Geburtsort.“ Und nun ganz besonders in dem Sinn, dass Weihnachten ein Fest des Schenkens ist. Die Altardecke soll ein Geschenk der beiden Frauen für die Kirche in Krevese sein.

Ein Vierteljahr reine Arbeitszeit

Ilse Trallo spendierte das Tuch sowie das notwendige Material und bat Renate Karl, die Spitze zu klöppeln. „Das sind etwa vier laufende Meter in einer Breite von 12 Zentimeter“, erzählte die Schönebeckerin. Für die künstlerische Umrandung des weißen Tuches verwendete sie weißes Leinengarn und hatte dazu insgesamt 37 Paar Klöppel in Gebrauch. Wer selbst klöppeln würde, wisse, was das bedeutet, so die frühere Kreveserin weiter. Aber in der Altmark sei diese Handarbeitskunst doch eher selten anzutreffen, merkte die Seniorin an.

Ein Vierteljahr reine Arbeitszeit voller Fleiß, Ausdauer und Akribie habe sie für die Spitze aufgewendet, berichtete Renate Karl weiter. „Es war für mich eine echte Herausforderung und ist nun ein Teil von mir selbst geworden.“ Eigens für diese Arbeit sei sie auch im Erzgebirge gewesen, habe sich viele Kirchen angesehen und dabei besonders auf die Altardecken geachtet. „Dort habe ich sehr viele mit Spitze verzierte Decken gesehen“, erzählte sie.