Groß Garz l Birgit Kuntzsch hat es spaßeshalber nochmal vorgeführt. Am Freitagnachmittag stellte sie zwei Riesen-Pötte auf die Arbeitsfläche der Groß Garzer Schul- und Kitaküche, nahm dazu Schneebesen und Kartoffelstampfer und rührte händisch. So wie die allermeisten ihrer 40 Dienstjahre als Köchin. „Ich lache jetzt hier, aber es ist wirklich nicht zum Spaßen. Meine Schulter ist auch bald kaputt“, sagte Birgit Kuntzsch. „Ihr glaubt gar nicht, wie glücklich mich das macht.“

Ohne Schnickschnack

Was sie und ihre Kollegin Martina Runge so freudig stimmt, ist eine elektrische Rührmaschine für Großküchen. Ein ordentlicher Apparat ohne Schnickschnack, den man nicht mal so eben verrücken kann. Die Maschine im Wert von rund 600 Euro ist eine Spende des Förder- und Heimatvereins der Orte Pollitz und Scharfenhufe. Die Mitglieder bekamen eher zufällig Wind von dem großen Wunsch der Köchinnen und erfüllten ihn nun. Empfänger ist der Förderverein Kinder Zehrental, der die Schul- und Kitaküche Groß Garz betreibt. 100 bis 105 Essen werden täglich gekocht, „wir schälen hier noch jede Möhre und Kartoffel selbst“, sagt Birgit Kuntzsch. Kartoffelbrei und Eierkuchen und Co stünden selbstredend hoch im Kurs bei den Kindern. Das versteht die Köchin, „aber es war mir wirklich ein Graus, die Kraftanstrengung einfach zu groß“. Weil das so ist, hatte sie auch schon bei der Verbandsgemeinde Seehausen gebettelt, „aber es war immer kein Geld da“. Nun sprangen die Pollitzer und Scharpenhufer in die Bresche. Der Verein spricht von einer Win-Win-Situation, denn es war schon ausgemacht, dass die Köchinnen etwas für eine Vereinsveranstaltung zubereiten, doch dann kam Corona.

Die Milch muss heiß sein

Und wie macht man guten Kartoffelbrei? Aus gekochten Kartoffeln, heißer Milch, Muskat und Butter und bloß nicht zu lange rühren. Birgit Kuntzsch schätzt, dass sie den 20-Liter-Topf der neuen Rührmaschine für die übliche Menge an Mittagessen dreimal füllen muss. Ein Leichtes, Hauptsache nicht mehr selbst stampfen müssen.

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Der Förder- und Heimatverein Pollitz und Scharpenhufe hat das Gerät bei einem Großhandel bestellt „und wir mussten einige Wochen darauf warten“, sagte Katharina Rausch, die am Freitag für die Übergabe mit den weiteren Vereinsmitgliedern Sigrid Rausch und Heike Langwald angereist war. Letztere sagte, „dass man ja schon bei Kartoffelbrei für sechs Personen ins Schwitzen kommt“. Wie sei es dann erst für 100 Personen? Schwer war‘s, aber das ist ja jetzt vorbei. Darüber sehr dankbar sind naturgemäß Annemarie Roger und Katharina Totz vom Förderverein Kinder Zehrental. Anfang des Jahres hatte Annemarie Roger den Vereinsvorsitz von Stefanie Zeihe übernommen, Katharina Totz ist ihre Stellvertreterin.

Derweil ist natürlich völlig klar, was heute in Groß Garz auf den Tisch kommt: Kartoffelbrei mit Spinat und Rührei.