Einwinkel l Nachdem die Mitglieder des Gemeinderates „Altmärkische Höhe“ und die Einwinkler schon einige Male sozusagen in der Theorie über die Zukunft des örtlichen Eichenwäldchens zwischen der Kossebauer Straße und dem Halmaygraben diskutiert haben, tagten die Kommunalpolitiker bei ihrer jüngsten Zusammenkunft dieses Mal vor Ort. Und wechselten vor dem Einbruch der Dunkelheit für eine Besichtigung vom Dorfgemeinschaftshaus in den ehemaligen Gutspark, den Höhe-Bürgermeister Bernd Prange ursprünglich gern privatisiert hätte, den ein inzwischen gegründeter Verein um Kathrin Festerling und Antje Michaelis aber für den Ort erhalten will. Vor allem als Ziel für Spaziergänger und als Ort für kindgerechte Waldpädagogik, aber auch als Brennholzquelle für das Backhaus, das die Feuerwehrförderer als Treffpunkt errichtet haben.

Vor-Ort-Treffen

Ein unterschriftsreifer Vertrag, der inzwischen von einer Überlassung zur Nutzung und nicht mehr von einer Pacht ausgeht, ist mit dem Vor-Ort-Termin immer noch nicht fertig. Rein formell ist nach einer Ausschreibung für das rund 5,6 Hektar großen Areals noch nicht einmal der Verkauf endgültig oder vorerst vom Tisch. Aber: Dafür wissen die künftigen Vertragsparteien und künftige Partner jetzt mehr von einander und darüber, was in das Paragraphenwerk eingearbeitet werden müsste. Ein Papier, das ein Novum wäre. Denn einen vergleichbaren Verwaltungsakt über ein kommunales Waldstück ist nicht nur im Seehäuser Rathaus nicht bekannt.

Was der Gemeinde die Entscheidung schwer macht, sind dabei weniger die ausbleibenden Einnahmen, die übrigens noch einmal die kommunale Rechtsaufsicht auf den Plan rufen könnten, sondern viel mehr Bedenken, was die Mithaftung bei Schadensereignissen betrifft. Denn selbst mit einem noch so ausgefeilten Vertrag wäre der Eigentümer des Gutsparkes wohl nie ganz aus der Verantwortung, sondern müsste seiner Aufsichtspflicht nachkommen.

Dass die Gefahr durch Totholz vor allem im Bestand der alten Eichen durchaus real ist, konnten die meisten Teilnehmer der Runde erkennen, ohne Forstwissenschaften studiert zu haben. Da gibt es offenbar einiges an den Bäumen zu tun, um Besucher des Parkes nicht unnötig in Gefahr zu bringen.

Sicherheit ist wichtig

Dass das Thema Sicherheit an öffentlich gewidmete Plätzen im Forst viel höher angebunden ist als auf gängigen Waldwegen, bestätigten auch die Leiterin des Forstamtes „Nordöstliche Altmark, Katja Döge, und der zuständige Revierleiter Matthias Tuchen. Beide Fachleute waren der Einladung gefolgt, um über fachliche Belange und die Rechte sowie Pflichten rund um eine Mitgliedschaft in der Forst-Betriebs-Gemeinschaft (FBG) Osterburg aufzuklären. Dass auch der neue Nutzer des Parkes in die FBG muss, steht fest. Anders wären Betreuung, waldbauliche Maßnahmen, Waldbrandversicherung und anders mehr nicht für die Ehrenamtlichen zu stemmen.

Dabei betonten die Forstfachleute, dass die Eigentümer oder Nutzer selbst aktiv werden oder Aufträge erteilen müssen und dass es keinen Automatismus für die Waldpflege gebe.

Allerdings räumten sie auch ein, dass das Waldpädagogik-Konzept im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des Landeszentrums Wald unterstützt werden könnte. Und sie machten Hoffnung, dass ein besonderer Status in Sachen Umweltbildung und Naturschutz zum Teil zwar mehr Verantwortung mit sich bringt, die Aussicht auf Fördermittel aber auch größer wären.

Vertrag entwerfen

Und wie geht es weiter? So wie es aussieht, wollen die Mitglieder des Gemeinderates den Einwinkler Parkfreunden eine Chance geben, zumal eine Vereinbarung nicht für die Ewigkeit getroffen werden müsste. Verein, Bürgermeister und die Justizfachfrau der Verwaltung wollen sich jetzt für einen Vertragsentwurf in kleiner Runde zusammensetzen.