Krumke l Gastgeber Frank Klakow entschuldigte sich erst einmal für die ungewohnte Anfangszeit und kündigte für die nächste Präsentation sogleich die bewährte an. Er begrüßte die Landstallmeister Siegmund Hintsche (Prussendorf) und Uwe Müller (Neustadt/Dosse), die sich sogleich für die gute Zusammenarbeit bedankten und interessante Hengste versprachen. „Ich hoffe, dass die Hengste Sie nachdenklich stimmen und Sie eine gute Auswahl treffen. Da ist überall Leistungsblut drin“, schob Müller nach.

Schon setzten sie zum ersten Programmpunkt an: die Vorführung an der Hand. Der Haflinger Amore Mio aus Neustadt/ Dosse legte als Sohn des Atlantic gleich einen starken Auftritt hin. Warum er das Bundeschampionat für sich entscheiden konnte, unterstrich er später mit seiner Darbietung am Wagen und unter dem Sattel. Erst im Herbst hatte das Landgestüt den Rheinisch-Deutschen Kaltbluthengst Martell angekauft, der bei der Bundeskaltblutschau in Berlin 2013 zum Reservesieger gekürt wurde. Mit Damontez war anschließend eine absolute Augenweide an der Reihe. Der noble Rappe hatte den Landstallmeister Uwe Müller bei der Körung in München sofort überzeugt. Sein Vater Damon Hill war Doppel-Weltmeister der jungen Dressurpferde. „Damontez ist Produkt des Embryo-Transfers“, gab Müller weiter Auskunft, „er ist heute noch unter dem Sattel von Anna Keller zu erleben.“ Wie er, so steht auch Don Royal auf der Besamungsstation in Krumke. Der Dunkelfuchs wurde 2016 Körungssieger des Schaufensters der besten Sportpferde und zeigt als Nachkomme von Don Juan de Hus großartige Voraussetzungen für eine Dressurkarriere. Rainer Stübing ließ es sich nicht nehmen, das Juwel persönlich vorzustellen. Als Letzten in der Runde wurde der Trakehner Blanc Pein in die Bahn geführt. Siege in der Dressur-S-Klasse versprechen auch für seine Nachkommen eine erfolgreiche Laufbahn.

Beim nun folgenden Freispringen betonten beide Landstallmeister die Bedeutung der Rittigkeit unter den Hengsten. Springvermögen sei nicht alles. Dass sie zur Vorstellung in Krumke eine bemerkenswerte Auswahl getroffen hatten, bewiesen sie wenige Minuten später. Der dreijährige Westfale Kavalier Noir haute während der Westfälischen Hauptkörung schon alle vom Hocker. Sein Vater Kannan beeindruckte immer wieder mit Springtalenten unter seinen 200 Söhnen. Er wird im April in Krumke seine Box beziehen. Mit dem gleichaltrigen Hannoveraner Toys ist er dann in bester Gesellschaft, denn die Erfolgsliste von dessen Vater Toulon ist ebenfalls lang. Nicht nur das bravouröse Bestehen schwerster Springprüfungen riss den Landstallmeister zu Begeisterungsstürmen hin, sondern auch die Ausstrahlung des jungen Hengstes.

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Prussendorf steht Neustadt allerdings in nichts nach. Landstallmeister Siegmund Hintsche hatte beispielsweise den Hannoveraner Canareno und den Holsteiner Catching Fire entdeckt, der die Körung in Redefin zuletzt für sich entscheiden konnte.

Im Laufe der Veranstaltung erlebten die Züchter die Beschäler in der Dressur, im Springen sowie im Einspänner. Sie konnten sich noch über viele besondere Auftritte freuen: So begeisterte Vater Quaterback ebenso wie seine Söhne Quat Royal (Krumke) und Quaterback’s Junior.