Gladigau l Als Akteure für das Krippenspiel hat Norbert Lazay die Christenlehrekinder und Konfirmanden sicher, derzeit sind es 16 an der Zahl.

Traditionell am Abend des Totensonntags lädt der Pfarrer die Jungen und Mädchen zur Spielvorstellung ein und verteilt die Rollen. Und dann geht es bei den Vorbereitungen an die Feinheiten. Sind die Figuren besprochen, werden sie genau auf die Akteure zugeschnitten. „Wohlwissend, dass in diesem Jahr wegen Corona alles anders sein würde, ist es kein Krippenspiel mit vielen Reden. Es gibt nur vier sprechende Rollen, die übrigen spielen pantomimisch“, sagt der Pfarrer. Regelmäßig im Herbst, manchmal auch im Spätsommer, verfasst er die 20-minütigen Stücke.

Maria, Josef, Hirten und Engel – sie alle waren schon einmal Hauptfiguren. Diesmal setzt Norbert Lazay auf Ochse (Ludwig Uhrhan), Esel (Hendrik Bannehr), Miesepeter (Magnus Kaufmann) und Sonntagskind (Melina Harms).

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Nachwuchs des Dorftheaters

Schon bei der erwähnten Namensliste fällt auf, dass der Pfarrer es mit dem Nachwuchs des Gladigauer Dorftheaters zu tun hat. „Hier werden Talente früh gefördert“, sagt Lazay augenzwinkernd. Hendrik ist ein Enkel des Intendanten Horst Bannehr, wie Magnus zu Otto Kaufmann gehört. Ludwig Uhrhan ist der Sohn von Manuela Uhrhan, die selbst schon mitspielte, und der Großneffe von Ursula Müller, die Plattdeutschspezialistin und zuverlässige Souffleuse des Dorftheaters. „Und Melina hat so ein zauberhaftes Timbre, dass mir nach vielen Malen als Maria für sie die Rolle als Sonntagskind einfiel“, erzählt der Regisseur weiter.“

Seit drei Wochen wird um 18 Uhr im alten Schulhaus geprobt. Natürlich mit Maske. „Erst mal brummen und Ia!“, sagt der Regisseur lachend.

Und Ludwig macht den Ochsen

Wie hat Ludwig Uhrhan zur Rolle des Ochsen gestanden? „Na klar, mach’ ich. Ich hab’ mich gefreut“, sagt er, der zu den alten Hasen gehört. Magnus Kaufmann spricht von seiner achten Saison und gibt ordentlich Stimme. „Ja, die Zuschauer sagen hinterher immer: Man hat die Kinder so wunderbar verstanden. Darauf achte ich aber auch besonders“, gibt Lazay zu.

Und nicht nur darauf. Wenn vor der Probe zur Einstimmung gelesen wird, hält es Pfarrer Lazay nicht lange auf seinem Sitz. Er macht lange Ohren wie der Esel, große Augen wie der Ochse. „Das ist ja keine Krippensage, sondern ein Krippenspiel! Länger brummen, lieber Ochse“, gibt der Regisseur Tipps. „Ich fühl’ es in den Eselsohren – dabei die Ohren langziehen. Deine Schwester hat schon welche gebastelt, nicht? Schönen Dank für die Lieder, die verklingen ja bald wieder.“ So geht die Zeit dahin. Zwischendurch spielt der Posaunenchor, der Kirchenchor entfällt in diesem Jahr.

Aufführung vor der Feuerwehr

Am Freitag probten die Hauptdarsteller noch einmal in der alten Schule, für Sonnabend steht die Generalprobe mit dem Posaunenchor auf dem Plan, den Norbert Lazay ebenfalls leitet. „Eintrittskarten gibt es bei uns nicht.“ Das besondere Krippenspiel finde an Heiligabend voraussichtlich 18.30 Uhr vor der Gladigauer Feuerwehr statt.

Als Dankeschön erhalten die Mädchen und Jungen etwas zum Behängen des Christbaums, „und wer jedes Jahr mitgemacht hat, kann als Konfirmand seinen eigenen Baum schmücken“. Das ist Tradition.

Und noch eine Tradition kündigt Pfarrer Lazay an: Am letzten Sonnabend vor Heiligabend fährt der Posaunenchor Gladigau über Land: Um 15 Uhr geht es nach Orpensdorf, dann nach Schmersau, Boock und Einwinkel, um dann den musikalischen Abschluss der Adventsreise um 18 Uhr neben dem Weihnachtsbaum in Gladigau zu feiern.