Seehausen l Um 9 Uhr trafen am Sonnabend die ersten Gäste auf dem Veranstaltungsgelände ein und eine knappe Stunde später war es Bürgermeister Detlef Neumann, der das Fest gemeinsam mit den Tagesstättenkindern vom Lindenpark eröffnete. Auf die Besucher wartete anschließend ein umfangreiches Angebot. Ein Karussell hatte aufgebaut, es konnten Preise beim Fischeangeln gewonnen werden. DJ Kotte unterhielt mit Musik, mischte sich aber auch immer wieder unter die Marktbetreiber und Besucher, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Detlef Preetz war vom Osterburger Kreismuseum mit seiner Seildrehmaschine angereist und Korbmacher Herbert Aukthun aus Pritzwalk zeigte Einblicke in sein Handwerk. Susanne und Eduardo Figueiredo vom Erlebnishof aus Vielbaum boten Speisen an und bei den Spillners aus Beuster gab es die unterschiedlichsten Honigprodukte. Frisch geräucherte Forellen, Schwein vom Spieß, Wildspezialitäten und noch viel mehr verlockten zum Zugreifen. Natürlich wurden auch Kaffee und Kuchen angeboten, Förderverein oder Schulklasse wollten damit ihre Kassen aufbessern. Schließlich gab der Modelleisenbahn-Club Seehausen den ganzen Tag über Einblicke in seine Arbeit. Seit 25 Jahren sind sie inzwischen in ihrem Quartier über der Stadtinformation. Dienstags, immer ab 19 Uhr, würden sie sich freuen, wenn Interessenten oder besser noch neue Mitglieder den Weg zu ihnen finden würden.

Neumann wies zur Eröffnung des Kürbisfestes auch darauf hin, dass die Händler und Gewerbetreibenden in der Innenstadt auch einiges zu bieten hatten. Letztere zeigten sich allerdings etwas enttäuscht, dass das Kürbisfest in diesem Jahr nicht auf dem Postplatz, also näher bei den Händlern, ausgerichtet wurde. Wegen Straßenbauarbeiten musste im Vorjahr in Richtung Umfluter ausgewichen werden, jetzt hätte das Fest wieder auf den Postplatz gehört. Claudia Preuschoff und Christian Buness, die diesen Publikumsmagneten einst mit ins Leben gerufen hatten, sprachen davon, dass es nicht mehr das Händlerfest sei, so wie es einst gedacht war. Es sollte die Händler unterstützen, die das ganze Jahr die Innenstadt beleben. Dafür sei der Festplatz am Umfluter zu weit entfernt. Trotz dieser Enttäuschung brachten sie sich voll in das Geschehen ein. Wie viele andere Geschäfte. Apothekerin Ute Romahn präsentierte eine Abordnung vom Calberwischer Oldtimerstammtisch und auch für Ponys, auf denen Kinder reiten konnten, hatte sie gesorgt. Bei Marten Lenz, der das Geschäft von Christian Buness leitet, gab es Kochvorführungen und Tobias Rausch war mit der ganzen Familie aus Goldbeck angereist, um Techniken zu zeigen, mit denen Schiefer bearbeitet werden kann.

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Bei Uhren-Haut war das Schätzen von Kürbiskernen in einem Gefäß gefragt, das Turmuhrenmuseum hatte Angebote und bei „Prima Schuh“ und „JO-Zim“ fand wieder der Malwettbewerb für die Kinder statt. „Male einen Regentag“ lautete das Motto, das bei dem Sonnenschein gar nicht so einfach umzusetzen war.

Der diesjährige Hochsommer war für die Kürbisse übrigens auch nicht optimal. Zu warm und zu trocken, entsprechend geringer fiel die Zahl der Teilnehmer und auch die Masse der ausgestellten Kürbisse aus. 296 Kilogramm brachte 2017 der Siegerkürbis des Klädeners Norbert Schwellnus auf die Waage. Ein Rekord, der diesmal nicht gebrochen wurde. Der Sieg ging diesmal nach Osterburg. Dirk Zaklikowski hatte mit seinem 181 Kilogramm-Exemplar den schwersten Kürbis mitgebracht. 502 Gramm wog der kleinste ausgestellte Kürbis, der aber eher als spaßiger Wettbewerbsbeitrag zu verstehen war.

Natürlich stand der Kürbis im Mittelpunkt des Festes, aber das Team vom „Sax‘n Anhalt“-Orchesters konnte das noch toppen. Ob am Umfluter oder in der Innenstadt, die Musiker begeisterten das Publikum und fanden schnellen Kontakt zu den Gästen. Ein toller Auftritt, der zum I-Tüpfelchen eines rundum gelungenen Kürbisfestes avancierte.