Werben l Die gegenüber der mächtigen St. Johanniskirche liegende Alte Schule hat für die Mitglieder des Arbeitskreises Werbener Altstadt (AWA) besondere Bedeutung: Die Revitalisierung des historischen Hauses, das 1724 bis 1726 erbaut wurde, ist die Hauptaufgabe der emsigen Mitstreiter aus dem Verein. Viele Stunden in Eigenleistung investierten AWA-Mitglieder bereits, einige Sanierungsetappen konnten mit Hilfe von Fördergeldern realisiert werden. Das zum Haus gehörende „Café Lämpel“ soll im Frühjahr weiter aufgewertet werden. Kunst eines Lokalmatadoren wird dort einziehen.

Das vom Arbeitskreis geführte Vereinslokal legte nach einer sehr guten Auftaktsaison eine noch erfolgreichere zweite im vorigen Jahr hin und erfreute sowohl radelnde Touristen als auch Einwohner. Das liebevoll im Biedermeierstil eingerichtete Café wird für die dritte Saison bereichert. Ein Künstler aus der Region soll dafür dem dritten Gastraum seine ganz persönliche Note verleihen: Gerhard Seidel stellt Bilder aus seinem umfangreichen Repertoire zur Verfügung. Der AWA pflegt zum Heimatmaler sehr engen Kontakt, wie Werner Eifrig, Vorstandsmitglied beim AWA, betont. Mittlerweile ist der 76-Jährige aus Räbel nach Werben gezogen, wobei ihm einige Mitglieder aus dem Arbeitskreis beim Umzug fleißig unter die Arme griffen. Seidel sei „Feuer und Flamme“, so Eifrig, und damit vom Vorschlag des AWA-Vorstandes, ein Zimmer mit seiner Kunst auszustatten, begeistert.

Viele Bilder bewahrt Seidel aus seinen viele Jahre währenden Schaffensphasen auf. „Und es wäre schade, wenn diese nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden würden“, sagt Eifrig. Besonders die Elbe und die Landschaften am Fluss haben es dem Maler angetan, der die Natur um Werben liebt. Das Seidel-Zimmer soll im Frühjahr in die Tat umgesetzt werden. Der AWA könne sich vorstellen, dass die Kunst von Zeit zu Zeit wechselt. „Wir haben den Raum noch im Dezember mit Lehmputz fertig gestellt und werden spätestens im März in Eigenleistung die Malerarbeiten erledigen. So dass wir hoffentlich ohne Corona im Mai mit dem Café starten können“, gibt Werner Eifrig Einblicke in die Planungen des seit 2004 bestehenden Arbeitskreises.

Bilder

Eigentlich sollte der dritte Café-Raum mal als kleines Schulmuseum in Anlehnung an die Geschichte des Hauses eingerichtet werden. Dies sei jedoch sehr aufwendig. Desweiteren werde das Zimmer als zusätzlicher Gastraum benötigt - eine größere Gruppe oder Familie könne dort separat unterkommen. Der Arbeitskreis, der auch die Biedermeier-Märkte im Elbstädtchen organisiert, hofft auf eine erfolgreiche dritte Café-Saison.