Schönberg l Gesamtkosten rund 18 700 Euro, Eigenanteil rund 1800 Euro. Das sind die wichtigsten Zahlen auf dem Papier des Landesverwaltungsamts. Es ist die genehmigende Behörde für den Leadermittel-Förderantrag, den die Stadt Seehausen erfolgreich für eine Machbarkeitsstudie in Sachen Schönberger Solarfähre gestellt hatte. Die Genehmigung aus Halle ließ allerdings etwas auf sich warten, „sie wollten zunächst drei Büros wissen, die die Studie durchführen könnten, wir konnten aber erstmal nur eines vorweisen“, sagt Lisa Weigelt als Seehäuser Wirtschaftsförderin. Schließlich ließ die Behörde von dieser Forderung ab – Seehausen kann weitermachen. Den Beschluss darüber, dass der wirtschaftlichste Bieter den Zuschlag erhält, hat der Wirtschaftsausschuss unter Vorsitz von Walter Fiedler (parteilos) bereits am Montag auf der Tagesordnung. Zuletzt stimmt der Stadtrat darüber ab. „Parallel dazu bringen wir die Ausschreibung auf den Weg“, sagt Lisa Weigelt. Es würde zunächst ein deutschlandweites Interessenbekundungsverfahren eröffnet, „und einige Anbieter werden dann aufgefordert, ein Gebot abzugeben“.

Rentabilität abklopfen

Bei der Erstrecherche hatte die Verwaltung nur ein Büro gefunden – aber abwarten. Über die Machbarkeitsstudie soll abgeklopft werden, wie sich eine solarbetriebene Fähre zwischen Schönberg und dem brandenburgischen Gnevsdorf nahe Rühstädt in die Tat umsetzen ließe, unter welchen Bedingungen sie machbar wäre. Die Studie soll alles Rechtliche betrachten, die Versicherungsfragen, die Wirtschaftlichkeit.

Die Initiative für die Machbarkeitsstudie geht von Stadträtin Susanne Bohlander (Bündnis90/Die Grünen) aus, auf deren Anregung hin der Stadtrat der Hansestadt Seehausen die Förderung beantragte. „Ich freue mich sehr, dass dieser wichtige Schritt für die Verwirklichung dieses Projekts nun gemacht werden kann“, erklärt Susanne Bohlander. „Diese Machbarkeitsstudie wird uns die nötigen Fakten liefern, mit denen wir das Projekt auf sichere Füße stellen können.“

In den vergangenen Jahren wurde zu dem Vorhaben bereits eine Menge Arbeit geleistet. Eine länderübergreifende Initiativgruppe mit Fachleuten, Kommunalpolitikern und Vertretern des Biosphärenreservats sowohl von der altmärkischen als auch der Prignitzer Seite kam regelmäßig zusammen, um über eine mögliche Verwirklichung dieses Projekts zu beraten. Das Solarschiff soll Fußgängern und Radfahrern die Elbquerung in einem Bereich ermöglichen, wo es zwischen der Wittenberger Eisenbahnbrücke und der Fähre in Räbel auf 40 Kilometern keinerlei Möglichkeit gibt, auf die andere Seite zu kommen.

Erstes Elbe-Solarschiff

Das Solarschiff wäre das erste überhaupt an der Elbe. Die Idee dazu hatte Susanne Bohlander vor mehr als 15 Jahren. 2014 und 2015 gab es jeweils einen Solarfähren-Aktionstag – die Resonanz war überwältigend.

Lisa Weigelt stieß bei ihren Recherchen auf die saisonale Aller-Solarfähre Otersen-Westen. Sie verkehrt seit 1997 und wird ehrenamtlich über einen Verein betrieben. „Dort ist durch die Fähre etwas ganz Tolles entstanden, sogar ein Dorfladen mit heimischen Produkte.“ Die Elbe sei natürlich eine andere Hausnummer als die Aller, „aber um solche Fragen zu klären, kommt ja die Studie“.