Abriss

Osterburg: Teilstück des Otto-Nuschke-Weges steht vor dem Rückbau

Noch rollen Fahrzeuge über das Pflaster: Doch in Höhe der Kita „WunderVilla“ ist der Osterburger Otto-Nuschke-Weg schon jetzt keine öffentliche Straße mehr. Die Stadt verkauft das Teilstück an die Borghardtstiftung.

Von Nico Maß
Noch kann das an die Kita „WunderVilla“ grenzende Teilstück des Otto-Nuschke-Weges befahren werden. Doch für den Osterburger Straßenabschnitt läuft die Zeit ab.
Noch kann das an die Kita „WunderVilla“ grenzende Teilstück des Otto-Nuschke-Weges befahren werden. Doch für den Osterburger Straßenabschnitt läuft die Zeit ab. Foto: Nico Maß

Osterburg - Autos parken am Bürgersteig, neben ihnen wuselt der Verkehr hin und her. Nichts lässt vor Ort erahnen, dass die Tage des Otto-Nuschke-Weges im Bereich zwischen August-Bebel-Straße und Karl-Liebknecht-Straße gezählt sind. Und doch rückt der Abbruch des Straßenabschnittes immer näher. Der Stadtrat hat den Verkauf des Teilstückes an die Borghardtstiftung Stendal, der Trägerin des angrenzenden Kindergartens „Wundervilla“, beschlossen. In absehbarer Zeit dürfte das 655 Quadratmeter große Straßen-Grundstück für einen Betrag in Höhe von 3275 Euro den Besitzer wechseln.

Anwohner profitieren von neuem Begegnungsraum

„Die Verkaufsverhandlungen laufen“, bestätigt der Kämmerer und stellvertretende Bürgermeister Detlef Kränzel (parteilos) auf Nachfrage.

Dass die Kommune für ihr Noch-Grundstück einen moderaten Preis aufruft, hat laut Kränzel mehrere Gründe: So handele es sich bei der designierten Eigentümerin um eine soziale Stiftung, die für ihre Neuerwerbung Pläne habe, von denen eben auch die Bewohner des Altneubaugebietes profitieren. Denn dort soll ein Freiluft-Begegnungsraum für die Kita aber auch die Anwohner entstehen. „Eine Vorstellung, die gut zu unseren eigenen Ideen passt, die wir ursprünglich in dem Bereich in die Tat umsetzen wollten“, spielt Kränzel auf die sogenannte „Grüne Mitte“ an, die die Kommune im Zuge einer Neugestaltung des Altneubaugebietes für den Bereich am Otto-Nuschke-Weg auf dem Zettel hatte.

Nicht zuletzt trage der Verkaufspreis dem Umstand Rechnung, dass die zukünftige Besitzerin auch Lasten „erbt“. Denn Versorgungsleitungen, die sich unter der Straße befinden, sollen auch nach dem Rückbau der Fahrbahn dort verbleiben.

Stichwort Rückbau: Per Bauerlaubnisvertrag werde die Einheitsgemeinde der Borghardtstiftung einräumen, schon vor dem tatsächlichen Besitzerwechsel mit dem Abriss des Straßen-Teilstückes zu beginnen. Denn bis alle Formalitäten erledigt seien, gehe noch einige Zeit ins Land, vermutet Kränzel. „Die Stiftung möchte aber möglichst zeitnah mit den Arbeiten beginnen.“ Dies allein schon aus dem Grund, um das Grundstück von dem Berg aus Erde zu befreien, der vom Bau der Kindertagesstätte herrührt und an der Ecke Otto-Nuschke-Weg/Karl-Liebknecht-Straße aufgehäuft wurde. Diese Erde werde auf dem Weg-Grundstück verteilt, sobald das Straßenpflaster aufgenommen sei. Ist der Erdberg beseitigt, hätten die aktuell 40 Kinder direkt an ihrer Kita auch eine größere Spielfläche zur Verfügung.

Straße bleibt bis zum Abriss befahrbar

Nach Kränzels Einschätzung könnte die Borghardtstiftung etwa zum Ende der Sommerferien mit dem Rückbau der Straße beginnen. Bis dahin sollen Fahrzeuge den Weg weiterhin nutzen können. Die Stadt habe nicht vor, das Teilstück schon vorher aus dem Verkehr zu ziehen, machte der stellvertretende Bürgermeister deutlich.

Seinen Status als öffentlichen Verkehrsweg hat der Abschnitt in Höhe der Kita „Wundervilla“ indes bereits verloren. Denn die vom Stadtrat der Einheitsgemeinde auf den Weg gebrachte „Entwidmung“ des Straßenabschnittes ist durch und damit amtlich. Nun sei das Teilstück des Otto-Nuschke-Weges bis zu seinem Rückbau wie eine Privatstraße anzusehen. „Die Verkehrsregeln sind trotzdem zu beachten und die Teilnehmer am Verkehr zu gegenseitiger Rücksichtnahme angehalten“, stellt Detlef Kränzel klar. Und auch die bisherige Ausschilderung werde bis zu dem Rückbau der Fahrbahn vor Ort verbleiben, fügt er hinzu.