Seehausen  l 2021 soll mit der Sanierung der Kreisstraße K 1020 zwischen der Seeäuser Zollbrücke und Geestgottberg auf einer Länge von rund 8,4 Kilometern begonnen werden. Der holprigen Piste kommt künftig wieder eine besondere Bedeutung zu, wenn die A 14 kurz vor der Elbüberquerung spätestens bis 2025 die B 189 verdrängt und es einen neuen Bypass in Nord-Süd-Richtung braucht.

Der Landkreis Stendal lässt sich den grundhaften Ausbau auf eine Breite von 6,50 Meter mit 90-prozentiger Bundesförderung über drei Jahresscheiben rund acht Millionen Euro kosten. Der erste Abschnitt über etwa 3,14 Kilometer Länge reicht bis zur Abfahrt nach Beuster. Dort wartet auf Planer und Baufirmen mit der sogenannten FDJ-Kreuzung eine besondere Herausforderung. Das Pflasterbild, das an die Wischeaktion erinnern soll, steht unter Denkmalschutz. Der Keis, der auch Baulastträger der Anbindung nach Beuster ist, muss das Bild also erhalten. Um es vor der Radierkraft der in 60 Jahren größer gewordenen Lkw und Landmaschinen zu schützen, ist vorgesehen, Schriftzug und Emblem aus dem Kurvenradius ein Stück nach Beuster zu verschieben.

So viel zur Theorie. Wie das in der Praxis aussehen wird, darüber habe man noch keine detaillierten Vorstellungen, hieß es vom Landkreis auf Nachfrage der Volksstimme. Die sprach ohne Anspruch auf die eine endgültige Lösung zu erheben mit Guido Cierpinski, der als Geschäftsführer des Osteburger Architaktur- und Ingenieur-Büros in den vergangen Jahren schon viele Straßenprojekte begleitet hat.

Fakt ist, dass das Bild nicht eins zu eins verschoben werden kann, weil es mit rund zwölf Metern etwa doppelt so breit ist, wie die Fahrbahn. Um 90 Grad gedreht, würde das Pflasterkunstwerk mit circa fünf Metern Höhe zwar in die Straße passen, wäre dann aber aus keiner Fahrtrichtung mehr richtig zu einsehbar. Das Bild kleiner zu zoomen, scheidet auch aus, weil die Größe der Granit- und Blaubasaltsteine das nicht zulassen würde, zumindest nicht, ohne den Gesamteindruck erheblich, vielleicht sogar bis zur Unkenntlichkeit zu verändern.

Übrig, so Guido Cierpinski, bleibe eigentlich nur, das Pflasterbild so neu zu ordnen, dass sowohl die Schrift als auch das FDJ-Emblem in ihrer Größe und Form erhalten werden können. Das hieße, dass aus dem derzeitigen Quer- ein Hochformat wird. In jedem Fall müsse die „STRASSE DER JUGEND“ als Schriftzug geteilt werden. Ob die Worte über eziehungsweise unter dem Emblem stehen, ob aus dem derzeitigen Einzeiler ein Zwei- oder sogar Dreizeiler wird, müsse nicht zuletzt mit der Denkmalschutzbehörde abgeklärt werden, die bei der Sache ein wichtiges Wörtchen mitzureden habe.

Handwerklich sollte das Versetzen des Zwei-D-Denkmals mit der sorgfältigen Dokumentation und Zwischenlagerung der Steine ansonsten ohne weiteres zu machen sein, ist Guido Cierpinski fest überzeugt. Schlackesteine zu besorgen, die bei der Wandlung des Formates in der Füllfläche vielleicht knapp werden, sollten leicht aufzutreiben sein. Die größte Herausforderung dürfte das Bergen der Steine sein, falls die in Beton liegen sollten.