Gladigau l Organisator Norbert Lazay, Chef des Altmärkischen Heimatbundes, freute sich über das erneut große Interesse, 53 Gäste nahmen an der Abend-Veranstaltung teil und erfuhren so manch‘ Anekdote und aus dem Leben von Friedrich-Wilhelm I. – den „Soldaten-König“ hatte Lazay zum Thema des Abend erkoren.

Zur Freude nahm neben ihm sogar ein Hohenzoller Platz. Franz Friedrich Prinz von Preußen, ein Urenkel Kaiser Wilhelms und Enkel von Joachim von Preußen, folgte dem Tipp eines in Potsdam wohnenden ehemaligen Gladigauers und war sehr angetan von dem „Preußen-Abend“. Der 73-Jährige, erstmals in Gladigau zu Gast, verprach wiederzukommen.

Norbert Lazay entführte die Besucher, die sich über ein von dem Team der Gaststätte Roloff serviertes Menü freuen durften, in das 17. und 18. Jahrhundert, in die Zeit Friedrich Wilhelm I. (1688 - 1740), der übrigens auch ein Fan des Tokajer war – mit diesem Wein stießen die Gäste auf einen unterhaltsamen Abend an. Der Referent sprach über die Regierungszeit des Markgrafen von Brandenburg. Die preußischen Tugenden, wie Fleiß und Pünktlichkeit, die er dem preußischen Volk einbläute, seien bekanntlich immer noch wichtige und anerkennende Eigenschaften. „Er war ein Mann der Arbeit.“

Der „Soldatenkönig“, der sein Heer im Vergleich zu seinem Vater verdoppelte, galt auch als sparsamer König. So gab Norbert Lazay zwischen den servierten Gerichten auch einige Anekdoten von Friedrich Wilhelm I, der nach dem Tod seines Vaters 1713 auf dem Königsstuhl Platz nehmen durfte, zum Besten. Gern schlich dieser nämlich über Marktplätze und erkundigte sich nach den aktuellen Preisen, beispielsweise für Reis oder Gemüse. Anschließend befragte er seinen Chefkoch, was er für seinen Einkauf ausgegeben hätte. Wenn er dann feststellte, dass der Koch mehr ausgegeben hat, holte der in Berlin geborene Friedrich Wilhelm I. den Stock hervor... Solche Preisvergleiche sprachen für seinen sparsamen Charakter, er wurde sogar als geizig eingeschätzt. Der König trank und speiste auch sehr gern. Er liebte Wein aus Rheinhessen. Besonders gern, „wenn er einen ausgegeben bekam“.

Zu den Gerichten, die am Sonnabend in Gladigau aufgetischt wurden, zählten unter anderem Hühner-Lachs-Pastete und Frischlingsbraten mit Pilzsoße, Rosenkohl und Makkaroni. Das hätte sicherlich auch Friedrich-Wilhelm I. gemundet, der 1740 in Potsdam an der „Hauskrankheit der Hohenzoller“ verstarb – Wassersucht.

Norbert Lazay sprach von einem sehr gelungenen Abend. Bereits zum 9. Mal luden er und die Gaststätte zum „Preußen-Abend“ ein, der fortgesetzt werden soll. „Die Stimmung war toll.“ Dass alle Gäste ebenfalls diese Einschätzung teilten, sei darin abzulesen, so Lazay, dass sie nach dem offiziellen Teil nicht gleich den Saal verließen, sondern noch zu Gesprächen in der Runde verblieben.