Osterburg l Im Vorgarten des früheren Wohnhauses von August Huchel erinnert seit 1999 eine vom damaligen Heimatverein gestiftete Tafel an den Gründer der „Deutschen Spargelhochzucht-Gesellschaft“. Aufgrund einer stattlichen Hecke, die das Privatgrundstück von der Wallpromenade trennt, fällt die Tafel nicht wirklich auf. Die so quasi ein Stück weit ins Abseits geratene Erinnerung steht sinnbildlich für den Grund, der WIR-Chef Thorsten Schulz und Ortsbürgermeister Klaus-Peter Gose in Sachen August Huchel umtreibt. Denn anlehnend an Osterburgs Wurzeln als Spargelstadt, die vor 90 Jahren in ihrem Umfeld mit einer Anbaufläche von 250 Hektar aufwarten konnte, wollen Gose und Schulz das Edelgemüse und August Huchel deutlich mehr ins Stadtbild und damit ins Bewusstsein der Einwohner rücken.

Die anfängliche, von Thorsten Schulz stammende Überlegung, eine Spargelplatte aus Bronze anzufertigen, reifte mit dem Rückenwind der Ortschaftsräte über mehrere Monate. Doch nachdem schon ein Kunstgießer gefunden war und quasi im Detail besprochen war, dass der auf einem Granitpodest ruhende Hingucker seinen Standort auf dem August-Huchel-Platz finden sollte, scheiterte das Unterfangen an der Finanzierung. So zerschlugen sich die Hoffnungen, Gelder aus dem Fördertopf der Städtebausanierung verwenden zu können. Und Plan B, der darauf zielte, dass die geschätzten Kosten in Höhe von 7500 Euro komplett über Mittel des Ortschaftsrates (1000 Euro) und der Einheitsgemeinde (6500 Euro) beglichen werden, löste unter Politikern der Einheitsgemeinde derartig Gegenwind aus, dass die Initiatoren diese Überlegungen nicht weiter verfolgten.

Aber aufgeschoben sei nicht aufgehoben, stellten Gose und Schulz fest. Beide machen sich weiterhin für eine Huchel-Erinnerung stark. Und haben seit einem Besuch von Walbeck eine neue Idee vor Augen. In dem am Niederrhein gelegenen Ort, der nach dem Wegzug Huchels zur neuen Heimat des Osterburger Spargelvaters avancierte, stießen die Altmärker auf die quasi lebensgroße Figur einer Spargelstecherin. Ähnliches können sich Klaus-Peter Gose und Thorsten Schulz auch für die Biesestadt und ihren Huchel-Platz vorstellen. Das im Vergleich zur früher verfolgten Spargelplatten-Idee noch kostenintensivere Projekt gehen die Initiatoren aber gelassen an. „Es wäre schön, wenn wir es innerhalb der jetzt begonnenen Wahlperiode in die Tat umsetzen können“, gab Klaus-Peter Gose einen groben, bis 2024 andauernden Zeitrahmen vor. Eine andere Würdigung August Huchels steht aber schon in wenigen Wochen an. Im Umfeld seines 130. Geburtstages am 6. Oktober soll das Namensschild für den August-Huchel-Platz mit einem Zusatzschild versehen werden, dass über den Osterburger Spargelvater aufklärt, kündigten Klaus-Peter Gose und Thorsten Schulz abschließend an.