Plätz l Die Familie Heinl hatte mit ihrem benötigten Personal Glück. Während der Spargelernte ist Klaus Heinl auf verlässliche Helfer angewiesen, die Stammkräfte aus Polen und Rumänien haben sich bewährt. Und so war der Plätzer Unternehmer schon lange vor Saisonbeginn mit seiner Helferschar in Kontakt. Anfang März reiste sie an.

Nur einige Tage später wäre den rund 30 Helfern aus dem Nachbarland Polen und aus dem Balkanstaat Rumänien aufgrund der Corona-Krise die Einreise nach Deutschland verwehrt geblieben. „Das hat alles zum Glück geklappt“, sagt Klaus Heinl, der vor zwei Wochen in die neue Saison startete und mit dem Stechen des Edelgemüses begann. Die Saisonkräfte aus den beiden genannten Ländern fühlen sich nach Aussage des Spargelbauers sehr wohl. Vor Antritt der Tour in die Altmark mussten sie nachweisen, dass sie gesund sind. „Wenn sie jetzt zurückwollten, was nicht der Fall ist, müssten sie in Quarantäne“, erzählt Heinl, der die bisherige Ernte als normal einschätzt und nicht pessimistisch nach vorne schaut. Aber umdenken mussten er und seine Frau Martina trotzdem.

Ein wichtiger Kooperationspartner des Gutes Plätz aus Österreich musste zunächst seinen Betrieb schließen. Heinl belieferte den Unternehmer aus der Alpenrepublik regelmäßig mit frischem Spargel. Auch nach den neuen Regelungen mit der Schließung der Grenze hieß es freie Fahrt für den Warenverkehr. Dennoch benötigt der Österreicher die weißen Stangen nicht mehr – als Hotelier mit mehreren Restaurants musste er bedingt durch die aktuellen Verbote dichtmachen.

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Der österreichische Partner fällt vorerst weg. „Ich musste mich neu orientieren, habe andere Absatzwege gesucht“, sagt der 60-Jährige, der hofft, dass die Spargelfans in der Region sich auch künftig das den Körper entwässernde Edelgemüse schmecken lassen. Seine Verkaufsbuden an mehreren Orten in der Altmark standen noch nie so früh wie in dieser Saison an ihren Plätzen. „Circa zwei Wochen früher als sonst“, meint Klaus Heinl, der sich auch um seine Berufskollegen sorgt. Er bekam vor einigen Tagen Besuch von Spargelbauern aus Frankreich, die sich über die Arbeitsprozesse des Plätzer Spargelhofes ein Bild machen wollten. Wie Heinl erfuhr, hätten die Franzosen riesige Probleme, da ihre organisierte Helferschar aus dem Ausland aufgrund der derzeitigen Bestimmungen nicht einreisen kann – die Helfer fehlen somit. Aber auch in der Altmark gibt es Spargelbauern und andere landwirtschaftliche Betriebe, die sehnsüchtig auf Saisonkräfte warten.