Seehausen l Die Kirchenförderer der Seehäuser Petrikirche verfolgen schon länger das Projekt Türmerwohnung. Dafür haben die Vereinsmitglieder um ihren Vorsitzenden Walter Fiedler so manchen Euro, aber noch mehr Arbeitskraft in das Vorhaben gesteckt, das auch Touristen in die Hansestadt locken soll.

Nachdem seit gut drei Jahren das Dach des Verbinders zwischen den Zwillingstürmen repariert ist und nachdem in der aktuellen Förderphase endlich Zuschüsse über das Leader-Programm in Anspruch genommen werden können, sollten die Erfolgsschritte bei den Arbeiten in luftiger Höhe wieder etwas größer ausfallen. Zusammen mit dem 40-prozentigen Eigenanteil, den der Förderverein aus eigener Kraft stemmen muss, stehen insgesamt 59.150 Euro zur Verfügung, um dem Leben des Mannes näherzukommen, der bis 1943 dort oben mit Familie und Kleintieren lebte, um über die Sicherheit seiner „Untertanen“ zu wachen.

Auf den Metallbauer folgen die Tischler

Die erste Etappe der aktuellen Baumaßnahmen konnte jetzt mit Hilfe des Groß Garzer Metallbauers Detlef Steinke abgeschlossen werden. Dieses Mal waren aber nicht die Fähigkeiten des Kunstschmiedes in Steinke gefragt, es ging „nur“ darum, Gitter für die 14 Luken der Turmaufstiege anzufertigen, insbesondere um Tauben fernzuhalten, die in dem historischen Gemäuer gern einen Schlafplatz suchen oder ihre Jungen aufziehen.

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Neben Federn ist es vor allem der Kot der Vögel, der Besucher stört, in jedem Frühjahr schweißtreibend per Hand beseitigt werden musste und durch Staub sowie mögliche Krankheitserreger auch ein gesundheitliches Problem werden kann. Nebenbei halten die engmaschigen Gitter, die für jede Luke extra angepasst werden mussten, auch anderes Getier und umherfliegendes Laub ab. Dass die wehrhaften Öffnungen nicht ganz verschlossen werden, ist vor allem dem Denkmal geschuldet. Die Löcher hatten die einstigen Bauherren nämlich nicht nur für den Verteidigungsfall, sondern auch für Tageslicht und die Belüftung mit Bedacht gelassen.

Dem Metallbauer folgen demnächst die Tischler. Die sollen unter anderem die Schallluken auf Höhe der Kirchenglocken verschließen. Die „Fensterläden“ würden dann ebenfalls Tauben fernhalten, mit ihren speziell eingebauten Lamellen aber auch für eine gleichmäßigere Ausbreitung der Glockenklänge sorgen, erklärte Walter Fiedler das weitere Vorgehen.

Abgesehen von ein paar Arbeiten in der ehemaligen Türmerwohnung, zu denen übrigens auch Ställe beziehungsweise Anbindevorrichtungen für die früheren Haustiere gehören, werden die Holzfachleute auf der ersten Verbinderetage noch für eine sichere Begehbarkeit zwischen den Türmen sorgen.

Förderverein hilft mit Eigenleistungen

Der Aufstieg für Besucher bis zur Türmerwohnung in rund 45 Metern Höhe soll zwar nach wie vor über den dafür eingerichteten Südturm erfolgen, der Steg auf die andere Seite macht sich aber nötig, wenn mal ein geführter Ausflug über das Kuppelgewölbe des Kirchenschiffes geplant ist. Ein Blick auf die andere Seite der Zwischendecke ist immer ein ganz besonderes Erlebnis.

Der Vereinsvorsitzende freut sich nicht nur auf die Baufortschritte, sondern betont auch, dass die Kirchenfreunde im Rahmen des Möglichen weiter die Kosten mit Eigenleistung drücken helfen.