Gladigau l An den Abenden vor den Adventssonntagen erklingen die Posaunen des bereits seit 86 Jahren bestehenden Ensembles unter der Leitung von Pfarrer Norbert Lazay. Der Start erfolgt somit Sonnabend. Ab 18 Uhr werden die Mitglieder des Chores einige Stunden vor dem ersten Advent für die Einwohner weihnachtliche Weisen darbieten. Eine Kamera hält den Auftritt auch für eine künftige TV-Reihe fest.

„Für unser kleines Dorf ist das schon Wahnsinn“, ist Ortsbürgermeister Matthias Müller stolz darauf, dass der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) Gladigau für eine vierteilige Serie auserwählte. Immerhin kamen sechs Orte in die engere Wahl – und das Biesedorf machte das Rennen. So nimmt das Fernsehteam Gladigau in der Adventszeit unter die Lupe, filmte bereits bei der ersten Zusammenkunft des Vorbereitungskomitees für den Weihnachtsmarkt Mitte Oktober, ist bei der Senioren-Weihnachtsfeier (13.12.) dabei, wenn die Kinder in plattdeutscher Sprache ein Stück auf die Bühne bringen, und wird auch morgen den Posaunenchor, der am Weihnachtsbaum sozuagen den ersten Advent einblasen wird, ins Visier nehmen. Apropos Weihnachtsbaum: Die Blautanne am Domizil der freiwilligen Feuerwehr sei „der größte lebende Weihnachtsbaum der Altmark“, sagt Matthias Müller. Die Tanne aus dem Jahr 1984 hat mittlerweile eine Höhe von 13,85 Meter erreicht – und wächst natürlich noch höher. Sie wurde am Mittwoch übrigens von Dirk Rohbeck, Horst Bannehr und Joachim Roloff geschmückt. Auch das ist in Gladigau Tradition.

Der MDR hat sich für 20 Drehtage im Biese-Ort angemeldet. Pfarrer Norbert Lazay, der sich natürlich ebenso über diese Form der Werbung für das Dorf freut, kann sich vorstellen, dass dies auch Folge der Auszeichnung im Bundeswettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ ist. 2016 gewann der 330-Seelen-Ort (mit Schmersau und Orpensdorf) zusammen mit zehn Gemeinden aus allen Teilen Deutschlands die Goldmedaille bei diesem Wettbewerb, an dem sich 2400 Dörfer beteiligten. Die in Gladigau zusammengestellten Sequenzen sollen eine Sendezeit von 120 Minuten ergeben. Allerdings ist die auf vier Sonnabende festgelegte Serie à 30 Minuten erst zur Vorweihnachtszeit im nächsten Jahr zu sehen.

Der Weihnachtsmarkt in Gladigau findet am dritten Adventssonntag, 17. Dezember, am altbewährten Platz vor dem Gerätehaus der Feuerwehr statt. Das Programm wurde festgezurrt, auf die Vereine im Ort konnten sich die Organisatoren wieder verlassen. Bald nach Eröffnung des Marktgeschehens um 15 Uhr werden Weihnachtsmann und Knecht Ruprecht erwartet. Auch das hat Tradition.