Hindenburg/Plätz l Bei den Einwohnern aus Plätz wächst der Unmut über die Baustelle zwischen Hindenburg und dem Kreisverkehr zur Kreisstraße  1062. Sie müssen den durch den Ort führenden Schwerlastverkehr ertragen, schon seit Juli. Und die Plätzer seien skeptisch, dass das mit den Arbeiten beauftragte Unternehmen das bereits revidierte Ziel der Fertigstellung einhalten wird.

Die Landesstraßenbaubehörde wollte mit dem Bauvorhaben auf der Landesstraße 14 kurz nach den Sommerferien fertig sein. Insbesondere sollte dem Schülerverkehr lange Umwege durch die unvermeidlichen Umleitungen erspart werden. Allerdings rückten die Verantwortlichen von diesem im Vorfeld kalkulierten Endtermin während der Bauphase ab. Die Landesstraßenbaubehörde, Bereich Nord, spricht von Mehrleistungen. Deshalb geht die Behörde von einem Ende der Maßnahme erst in diesem Monat aus. Manfred Krüger, Leiter der Landesstraßenbaubehörde Nord, hatte Mitte Oktober als realistisches Ziel erwähnt. Bis dahin ist jedoch nicht mehr viel Zeit.

„Wir haben die Nase gestrichen voll“

Besonders die Plätzer Einwohner würden aufgrund der durch ihren Ort gehenden Umleitung und durch das eher schleppende Vorankommen verärgert sein. „Wir haben schon die Nase gestrichen voll“, sagte Anwohnerin Ines Hoedt, die ab und zu während einer Radtour den Fortschritt des Baugeschehens verfolgt. Einige Tage sei auf der Baustelle nichts passiert. An anderen Tagen seien gerade einmal zwei Bauarbeiter mit den Arbeiten beschäftigt gewesen. „Vielleicht sollte die Landesstraßenbaubehörde genauer überprüfen, ob die Firmen die Leistungen auch erbringen können“, ist sie außerdem skeptisch, ob die Maßnahme auch in diesem Monat beendet wird.

Die Behörde sei jedoch optimistisch, dass im Oktober die Straße wieder befahrbar sein wird. „Die Arbeiten an der L 14 laufen planmäßig“, betont Henry Jakob, bei der Landesstraßenbaubehörde Fachbereichsleiter Betrieb und Verwaltung. „Wegen eines Durchlassneubaus sieht es an der übrigen Strecke so aus, als wenn nichts passiert“, gibt er zu Bedenken. Der Aufwand im zweiten Bauabschnitt - also von Höhe Gethlingen bis zum Kreisverkehr - sei geringer als im ersten Abschnitt. „Aus diesem Grund ist das geplante Bauende auch noch realistisch“, meint Jakob.

Zweifel an der Streckenführung

Für die Plätzer sei die gegenwärtige Situation schwer zu ertragen. Schon in den frühen Morgenstunden fahren die Transporter durch den Ort. Ihr Ziel: das Industrie- und Gewerbepark bei Arneburg. In diesem Sinne zollt Ines Hoedt den Bürgern aus Hindenburg Respekt, da die Transporte täglich durch diesen Ort rollen. Nicht nur gegenwärtig. Die Umleitungsstrecke läuft über Plätz wieder nach Hindenburg. Ines Hoedt fragt sich, ob der Verkehr zum Gewerbegebiet über die Bundesstraße 189 und anschließend über die Landesstraße  16 (Richtung Sanne/Arneburg) „geschickt“ werden könne.

Die Landestraßenbaubehörde hält dies für nicht umsetzbar. Es sei schwierig, „eine verständliche Beschilderung zu installieren, um die Lkw, die nach Arneburg wollen, zu sortieren. Der überwiegende Teil der Schwerlaster fährt nach Navigationsgeräten und folgt dementsprechend der ausgewiesenen Strecke“, sagt Jakob, der noch erwähnt, dass die Umleitungsführung zuvor mit dem Landkreis und der Polizei abgestimmt wurde.

Defizite erst später festgestellt

Bei den Arbeiten, die Mitte Juli begannen und in zwei Abschnitten fertiggestellt werden sollen, wären im Vorfeld nicht erkennbare Defizite festgestellt worden. Diese beziehen sich auf die Randbereiche (Sommerweg) der Landesstraße. „Eine reine Überbauung würde die Schwachstellen nicht beseitigen“, betont Manfred Krüger, der die Anwohner der Umleitungsstrecken um Verständnis bittet. Eine Mehrleistung ist vonnöten – deshalb würde das Vorhaben länger als geplant andauern. Das Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr Sachsen-Anhalt hat mit Kosten von rund 765 000 Euro gerechnet. Durch die zu erbringende Mehrleistung wird die Gesamtsumme voraussichtlich höher ausfallen.