Gladigau l Als kürzlich die Handwerkskammer Magdeburg eine Reihe von Handwerksmeistern eingeladen hatte, um sie als langjährige Meister ihres Faches zu ehren, war auch Heinz Rohbeck aus Gladigau dabei, seines Zeichens Zimmerermeister, jener alten Zunft zugehörig, die in ihrem Siegel Schrotsäge, Breitbeil und Axt gekreuzt und einen Zirkel führt. Die Kammer verlieh dem 83-Jährigen den Diamantenen Meisterbrief; er hängt in der Stube als sichtbares Zeichen für die 60-jährige Meisterwürde des Seniors.

Er sei gebürtiger Gladigauer, sagt Heinz Rohbeck, als die Volksstimme ihn dieser Tage besucht. Und in dieser kurzen Bemerkung klingt Stolz auf die Bodenständigkeit seiner Familie, auf die Heimat mit. Die Zimmerei wird jetzt in der dritten Generation geführt. Sie war 1927 gegründet worden. Heinz Rohbeck hatte sie 1965 von seinem Vater August übernommen. Er hat zwei Söhne: Heinz-Jürgen, den älteren, und Dirk. Der Jüngere, jetzt 48 Jahre alt, führt den Betrieb, eine der Stützen der Gladigauer Wirtschaft, seit zehn Jahren weiter.

Der Vater, der sich zwar zur Ruhe gesetzt hat, aber trotz seines körperlichen Handikaps noch Anteil am Geschäftsleben nimmt, weiß: „Arbeit gibt es genug, aber es fehlt an Fachkräften.“ Während der DDR-Zeit sei die Zimmerei Rohbeck immer privat geblieben, in keine Genossenschaft gedrängt worden. „Wir wurden ja gebraucht“, sagt Helene Rohbeck, früher als Mitarbeiterin fest in das Geschäft integriert. Aber nicht als Bürokraft. „Das lag mir nicht“, erzählt sie. „Ich war mit draußen auf den Baustellen, auch bei Wind und Wetter.“ Sie hatte Dachstühle mit gerichtet, Holz-Veranden und Holz-Konstruktionen für Fachwerke gebaut. „Wir hatten natürlich auch Treppen und Tore hergestellt, aber das war dann mehr so Winterarbeit“, sagt sie.. Und ihr Mann ergänzt: „Vom Rundholz bis zum fertigen Produkt haben wir alles in unserer Zimmerei gefertigt.“