Seehausen l Das bekommen sie alleine nicht hin. Walter Fiedler, der Vorsitzende des Seehäuser Waldbad-Fördervereins, hat am Montag angesichts des im Beton des großen Schwimmbeckens entdeckten Risses gleich gewusst, dass die ehrenamtliche Seniorenbrigade fachliche Hilfe braucht. Und weil das so ist, lud er zum lange geplanten Termin unter der Überschrift „Badebetrieb unter Corona-Auflagen“ am Dienstagnachmittag gleich den örtlichen Bauunternehmer Mathias Goltz mit ein. „Er ist uns wohlgesinnt.“ Und für diesen Fall ein Volltreffer, denn Goltz sah eine Möglichkeit, den mehr als einen Meter langen Riss im Becken zu reparieren, ohne dass dafür das ganze Wasser abgelassen werden muss. „Mit Spezialbeton“, wie er am Donnerstag sagte. Aber vorher waren die Herren auf jugendliche Hilfe angewiesen. Robert Becker sowie Richard und Erik Goltz sagten sofort Ja zur Tauchmission. Den ganzen Mittwoch brachten sie immer abwechselnd und mit Teepausen dabei zu, den brüchigen Beton unter Wasser abzuschlagen. Ein Sonnenschirmständer half den Abenteurern dabei, sich festzuhalten. „Wir haben jetzt auch noch eine Jugendbrigade“, sagt Walter Fiedler stolz. Abermals konnte er sich auf die Senioren verlassen, die gemeinsam mit Mathias Goltz dabei halfen, eine halbseitige Schalung zu bauen und von innen vor die Beckenwand zu setzen. Auch dafür brauchten die Männer die Unterstützung der Jungs, die die Wassertemperatur von 14 Grad mit „es geht schon“ kommentierten. Neoprenanzüge halfen und dass sie sich zwischendrin immer wieder warm anzogen. Als die Schalung saß, war alles bereitet für das eigentliche Ziel: die Reparatur der aus Sicherheitsgründen vorgeschriebenen Trittkante. Etwa 0,3 Kubikmeter Spezialbeton ließen die Männer zwischen Beckenwand und Schalung. „Das klappt zu 99 oder 100 Prozent“, lehnte sich Mathias Goltz aus dem Fenster. Nein, zum ersten Mal habe er das nicht gemacht. Sollte der Versuch doch nicht von Erfolg gekrönt sein, ist es laut Fiedler kein Beinbruch. „Wir verlieren dadurch keine Zeit.“ Heute kommt das Umweltamt, um eine Wasserprobe zu nehmen. Anschließend würde zum Zwecke der Reparatur im Trockenen das Wasser laut Auflage in den Aland abgelassen werden.

Die spontane Hilfsaktion jetzt, aber auch frühere Unterstützungen anderer örtlicher Unternehmen und zuletzt vermehrt eingegangene Spenden von Bürgern zeigen laut Fiedler, „dass die Seehäuser voll hinter ihrem Waldbad stehen“. Fehlt nur noch, dass alles Engagement mit Fördergeld zur Beckensanierung belohnt wird. Nach all den Jahren ist Fiedler in dieser Hinsicht nicht sonderlich optimistisch. Was den Riss betrifft, ist das anders. Am Freitag zeigt sich, ob der Beton sitzt.

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