Seehausen/Torgau l Schweres Spezialgerät zur Bekämpfung von großen Waldbränden unter besonders gefährlichen Bedingungen made in Seehausen beziehungsweise Schönberg ist mittlerweile nicht nur in Sachsen-Anhalt und Brandenburg gefragt, sondern jetzt auch in Sachsen.

200 Einsatzkräfte vor Ort

Am Sonnabend geriet bei Torgau ein großes Waldgebiet in Brand, bei dem am Sonntag technisches und logistisches Know-how der Firma DiBuKa (Dienstleistungen im Brand- und Katastrophenschutzfall) angefordert wurde, weil das Löschen für die Feuerwehr stellenweise zu gefährlich war. Bei dem Einsatz, der für Geschäftsführer Joachim Schulz und seine Helfer erst Dienstagabend beendete war, gab es viele Parallelen zu Art, Umfang und Bekämpfung des Waldbrandes vor zwei Jahren bei Seehausen.

Auch bei Torgau wurde das Feuer durch Funkenflug an einer Bahnstrecke entfacht – vermutlich durch eine nicht gelöste Bremse oder ein heiß gelaufenes Lager. Am Ende bedrohte oder vernichtete das Feuer gut 30 Hektar Wald. Etwa 200 Blauröcke aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg kamen im Dreiländer-eck mit rund 40 Fahrzeugen zum Einsatz. Ebenso mussten der Schichtdienst der Brandbekämpfer und deren Verpflegung rund um die Uhr organisiert werden. Verstärkung gab es durch zwei Hubschrauber der Bundespolizei, die das Feuer aus der Luft bekämpften.

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Trotzdem forderten die Einsatzleitung die schwere Technik aus dem Norden Sachsen-Anhalts an, weil das Gelände in der sogenannten Falkenstruth unwegsam war und umfallende Bäume das Leben der Feuerwehrleute in Gefahr brachten, so Joachim Schulz im Gespräch mit der Volksstimme.

Die DiBuKa rollte mit einem Berge- und einem Löschpanzer an, wobei der erstere benötigt wurde, um Schneisen zu schlagen, damit die Einsatzkräfte vorrücken konnten. Anders als in Seehausen bescherte Petrus den Brandbekämpfern am Montagmorgen etwa 20 Millimeter Regen, der aber fast mehr Fluch als Segen war, wie die Torgauer Zeitung schrieb, die dem Löschpanzer die Titelseite widmete. Denn der Niederschlag schwächte zwar das Feuer, das für Glutnester bis in 40 Zentimeter Tiefe gesorgt hatte, verwandelte das Gelände aber in eine Matschlandschaft. Was für die Kettenfahrzeuge aus Seehausen wiederum das kleinere Übel war.

Für die DiBuKa, die 2019 auch beim Waldbrand im brandenburgischen Lübtheen löschen half, war es in diesem Jahr neben dem üblichen Tagesgeschäft das erste Großschadensereignis. Die Spezialtechnik zu unterhalten, kostet aber das ganze Jahr Geld. Weshalb sich Schulz bekanntlich mehr Unterstützung wünscht.

Appell an Landesregierung

Der Seehäuser Verbandsgemeindebürgermeister Rüdiger Kloth nutzte derweil Montag die Gelegenheit, den Landespolitiker Wulf Gallert (Die Linke) bei dessen Sommerreise für den Brandschutz im Zeichen des Klimawandels zu sensibilisieren. Womit er auch meinte, dass bei Zuschüssen doch mehr auf den Bedarf geachtet werden sollte. Die Verbandsgemeinde Seehausen mit ihren großen Waldflächen war zuletzt bei der Förderung eines leistungsfähigen Tanklöschfahrzeuges zur Vegetationsbrandbekämpfung leer ausgegangen.