Goldbeck l „Es ist eine große Herausforderung für mich.“ Robert Placzeck mischt seit gut einem Jahr in der Vorstandsriege des Goldbecker Rassegeflügelzuchtvereins mit, weiß um die zu leistende Arbeit. Der Kannenberger hat nun das Amt des Vorsitzenden inne. Bei der jüngsten Zusammenkunft stellte sich der Verein neu auf, mit ihm an der Spitze.

Im vorigen Jahr lief es für die organisierten Züchter des Goldbecker Vereins nicht nach Wunsch. Der Vorstand musste auch die traditionelle Rassegeflügelschau absagen. Die sollte in der Zuckerhalle über die Bühne gehen, allerdings machten die Vereinsmitglieder einen Rückzieher. „Wir haben uns da nicht so recht herangetraut“, blickte Placzeck zurück. Da war die große Halle, und vielleicht zu wenig Tiere. Jedenfalls wollen die Züchter in diesem Jahr wieder einen Neuanlauf wagen. „Schön wäre es, wenn 500 Tiere dabei sind“, hofft der neue Vorsitzende. Der Termin steht fest: Am dritten Advents-Wochenende soll die Zuckerhalle zum Anziehungspunkt für Zuchtfreunde und Interessenten werden.

Seit 2009 ist Robert Placzeck Mitglied im Rassegeflügelzuchtverein Goldbeck und Umgebung. Als Bewohner vom Lande ist es fast Normalität, wenn man sich neben Haus, Hof und Garten auch um Federvieh kümmere. Der Kannenberger besitzt Hühner. „Ein Bekannter sprach mich mal an, ob ich mir eine Zucht vorstellen kann. Dann hab ich‘s probiert.“ Seit einigen Jahren züchtet er die Rassen Zwerg-Sussex und Bielefelder Kennhühner. „Bei diesen erkennt man bereits als Eintagsküken, ob es Hahn oder Henne wird.“ Diese hätten unterschiedlich gekennzeichnete Federn, dahe rührt auch der Name der Rasse.

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Die Hühner sind ihm ans Herz gewachsen. „Mit der Zucht kann ich nicht aufhören.“ Robert Placzeck schaut mit dem Vorstand optimistisch nach vorne. Die Goldbecker wollen wieder mehr Öffentlichkeitsarbeit betreiben, mehr Mitglieder gewinnen. Der 26-Jährige, der als Ausbilder/Versuchstechniker für extensive ökologische Tierhaltung an der Idener Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau (LLG) beschäftigt ist, weiß, dass er auf die Unterstützung der Vereinsmitglieder bauen kann.

Der langjährige Vorsitzende Ronald Roefe aus Königsmark steht ihm als Stellvertreter zur Seite. Aber auch die anderen erfahrenen Züchter des Vereins, beispielsweise der Babener Wilhelm Hönow, haben stets ein offenes Ohr. Übrigens wurde der Rohrbecker Karl-Heinz Kißmehl bei der Jahreshauptversammlung jüngst zum Kassenwart gewählt.

Jungtierbesprechung ist geplant

Bei diesem Treffen, das im „Bayrischen Hof“ über die Bühne ging, beschäftigten sich die Anwesenden auch mit dem Veranstaltungskalender. So soll nicht nur eine Schau organisiert werden. Neben Treffen im März, April und Mai ist auch ein Sommerfest geplant. „Das wird eine Grillparty“, blickt der Vorsitzende voraus, der auch erwähnt, dass voraussichtlich für September eine Jungtierbesprechung vorgesehen ist. Der größte Aufwand ist jedoch mit der offenen Vereinsschau verbunden. Seitdem die Zucker­halle den Goldbeckern zur Verfügung steht, ist die Sporthalle, in der ansonsten die Ausstellungen stattfanden, tabu. „Wir werden uns in nächster Zeit mit Vertretern des Zuckerhallenvereins in Verbindung setzen“, sagt Robert Placzeck.

Dass für die Organisation „eine Menge Zeit drauf geht“, weiß der Kannenberger aus der Vergangenheit, auch wenn er dieses Mal sicherlich mehr gefordert sein wird, beispielsweise bei den schriftlichen Anmeldungen. Aufbau, Schmücken der Halle, das Einsetzen der Tiere, die Beurteilung der Jury, die Besuche der Kinder und schließlich die Öffnungstage - mehrere Tage werden Vereinsmitglieder im Einsatz sein. Auch Züchter aus anderen Orten könnten die Schau im Dezember nutzen, um ihre Hühner, Tauben oder Enten auszustellen. Klar, es waren schonmal 1000 Tiere in Goldbeck. „Aber wir müssen erst einmal kleinere Brötchen backen.“ Für die kommenden Aufgaben ist der Verein gerüstet.