Osterburg l Handwerker machen in diesen Tagen das schon einmal bis Mitte 2014 als Obdachlosenunterkunft genutzte Wohnhaus an der Ecke Gartenstraße/Werbener Straße wieder für die Unterbringung von Menschen fit. Um das ursprünglich dafür angedachte Objekt, einen im Gewerbegebiet am Bültgraben befindlichen Container, ist es dagegen still geworden.

Rückblende: Im Spätsommer 2016 stimmte der Stadtrat zu, später gab auch die Genehmigungsbehörde, das Bauordnungsamt des Landkreises, grünes Licht. Noch im gleichen Jahr startete die Einheitsgemeinde Osterburg mit dem Unterfangen, den Container für die Unterbringung von Menschen fit zu machen. Heizung und Elektro wurden auf Vordermann gebracht, insgesamt investierte die Kommune rund 18.700 Euro, bis der Brandschutzprüfer des Landkreises im April 2017 ein Stoppschild setzte. Der hatte sich auf Bitte der Einheitsgemeinde den aus DDR-Tagen stammenden Container angeschaut und gravierende Mängel ausgemacht. Weil seine Auflagen, den Container mit brandhemmenden Gipskartonplatten einzuplanken sowie die Decken zurückzubauen und durch brandhemmendes Material zu ersetzen, eine Kostenexplosion von rund 80.000 Euro bedeutet hätte, beerdigte die Kommune das Projekt und unternahm mit dem Gebäude an der Gartenstraße einen Neuanfang.

Die bereits im Gewerbegebiet getätigten Ausgaben einfach abhaken und als Fehlinvestition abschreiben will die Kommune aber nicht. Bereits im Herbst 2017 unternahm die Einheitsgemeinde deshalb den Versuch, den Landkreis in die Pflicht zu nehmen und die Erstattung der bereits investierten Gelder einzufordern. Schließlich habe die dafür notwendige Genehmigung aus dem Bauordnungsamt des Landkreises vorgelegen, als die Arbeiten am und im Container begannen, argumentierte die Stadt. Dass in der Genehmigung nichts über die später erhobenen Brandschutzauflagen zu lesen war, weil der ebenfalls im Landratsamt tätige Brandschutzprüfer offenkundig zu wenig in das Genehmigungsverfahren einbezogen wurde, könne nicht zu Lasten der Einheitsgemeinde gehen, formulierte die Osterburger Verwaltung in einem Schreiben an den Kreis.

18.700 Euro investiert

Ein knappes Jahr später „hat sich die Angelegenheit leider nicht zum Positiven entwickelt“, fasste Bürgermeister Nico Schulz zusammen. Der Landkreis habe bislang nicht auf das Schreiben reagiert, sagte er. Schulz konnte daher nicht ausschließen, dass die Kommune womöglich auf den bereits investierten 18.700 Euro sitzen bleibt. Zumal auch bei den parallel laufenden Bemühungen, für den Container einen neuen Eigentümer zu finden, bislang Fehlanzeige herrsche. Dennoch hat die Stadt einen möglichen Verkauf des Containers noch längst nicht zu den Akten gelegt. Bauamtsleiter Matthias Köberle sieht durchaus einen Markt für derartige Objekte. Ab und zu seien in der Osterburger Verwaltung bereits Nachfragen zum Container eingegangen, letzten Endes hätten sich diese aber nicht konkretisiert, sagte Köberle.

Was der Kommune bei ihren Verkaufsabsichten entgegenkommt: Zeitlich drückt der Schuh nicht. Schließlich sei der Container so weit hergerichtet, „dass er nicht weiter kaputt geht“, bestätigte der Bauamtsleiter. Und auch das grundsätzliche Problem, dass der Container seinen Platz auf einem Privatgrundstück hat, müsse nicht von heute auf morgen gelöst werden. „Mit dem Besitzer haben wir eine Absprache, dass er dort, wo er jetzt steht, auch stehen bleiben kann“, machte Köberle deutlich.