Salzwedel l Am 10. Dezember ging im Mehrgenerationenhaus eine Ära zu Ende: Die langjährige Mitarbeiterin Nadja Kell, Leiterin der Aussiedlerberatung im MGH, wurde von ihren Kollegen und Schülern in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. Nadja Kell war in Kasachstan aufgewachsen. Im Jahre 1996 kam sie als Spätaussiedlerin nach Deutschland.

Viele Jahre kümmerte sie sich um deutschstämmige Aussiedler aus den ehemaligen Sowjetrepubliken, gab ihnen Deutschunterricht, begleitete sie zu Ämtern und half bei Anträgen. Es wurde aber auch gemeinsam gekocht, gebacken und gefeiert.

Hilfe für Asylbewerber

In den vergangenen Jahren kamen immer mehr Asylbewerber aus Afghanistan, Syrien, Pakistan, Indien, Tschetschenien, Albanien, Kosovo und Serbien hinzu. Auch diesen Menschen half sie beim Erlernen der deutschen Sprache und manche lernten bei ihr überhaupt erst lesen und schreiben.

„Mit ihrer direkten und herzlichen Art hat sie schnell die Herzen ihrer Schützlinge erobert. Die meisten besuchen nun gut vorbereitet die weiterführenden Kurse“, sagte Elke Bukowski vom Mehrgeneartionenhaus.

Auch der ehemalige MGH-Leiter Alexander Rekow bedauert den Abschied: „Nadja Kell war eine stets loyale und verlässliche Kollegin. Nicht nur ihre Schüler haben von ihr lernen können, auch für mich war sie immer eine Instanz, bei der ich mir Rat holen konnte.“

Ersatz wird gesucht

Die Lücke, die Nadja Kell hinterlässt, wird vom Mehrgenerationenhaus zunächst in Zusammenarbeit mit dem Jugendmigrationsdienst geschlossen. Jugendliche und junge Erwachsene sollen dort Deutschunterricht erhalten. Außerdem wird Verena Wehausen, die zweite ehrenamtliche Deutschlehrerin, mit hoher Wahrscheinlichkeit weiterhin im Haus Stunden geben. „Es sieht gut aus, dass sie weitermacht“, sagte Elke Bukowski auf Nachfrage der Volksstimme.

Dennoch läuft bereits die Suche nach einer Nachfolgerin: „Wir bemühen uns um Ersatz. Ihr Ausscheiden ist zweifelsfrei ein großer Verlust für das Haus. Ihre Kollegen im MGH werden ihre fachliche Kompetenz und Hilfsbereitschaft vermissen. Wir wünschen Nadja alles Gute, Glück und Gesundheit“, erklärte Elke Bukowski mit einigem Bedauern.