Salzwedel l Eine böse Überraschung erlebten die Restauratoren, die derzeit sakrale hölzerne Skulpturen und Reliefs aus den Archiven und der Ausstellung des Danneilmuseums aufarbeiten. „Eigentlich ging es nur um Konservierungs- und Sicherungsmaßnahmen“, erklärte Museumsleiter Ulrich Kalmbach. Dabei bemerkten die Spezialisten, dass die meisten der rund 70 zu restaurierenden Objekte zu DDR-Zeiten mit dem Holzschutzmittel Hylotox zum Teil regelrecht getränkt worden waren. Es enthält die inzwischen verbotenen Substanzen Lindan und DDT. Beim Bearbeiten der mittelalterlichen, teilweise bemalten Schnitzereien entstehen deshalb hochgiftige Stäube. Die konservatorischen Arbeiten sind nur unter erschwerten Bedingungen möglich. Für die Dekontaminierung benötigen die Restauratoren einen speziellen Schutzanzug. 22 Objekte sind inzwischen fertiggestellt.

Gesundheit nicht gefährden

Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und die Sparkasse Altmark West unterstützen die Sicherung der kunsthistorische wertvollen Plastiken mit zusätzlichen 3000 Euro. Am Montagmittag übergab der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Ulrich Böther einen weiteren Förderbescheid. Er sagte: „Das Schaffen von Bedingungen, die die Gesundheit der Restauratorin und auch der Mitarbeiter des Musums nicht gefährden, ist uns ein großes Anliegen.“

Bereits im Juni wurde in Vorbereitung des 180-jährigen Bestehens des Museums eine Förderzusage für die wissenschaftliche und restauratorische Aufarbeitung des Bestandes mittelalterlicher Skulpturen übergeben.

Landrat Michael Ziche – der Kreis ist Träger des Danneilmuseums – dankte gestern für die zusätzliche finanzielle Unterstützung. Als Abschluss des Projektes ist ab September 2016 eine Ausstellung „Sakrale Kunst/Sakrale Plastik“ geplant.