Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2021

Altmarkkreis: AfD-Kandidat will handeln

In rund vier Wochen wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Die Volksstimme stellt in loser Folge die Direktkandidaten der aktuell im Parlament vertretenen Parteien für den Altmarkkreis vor. Heute: Hanns-Michael Kochanowski (AfD).

Von Antje Mewes
Der Salzwedeler Hanns-Michael Kochanowski bewirbt sich um ein Direktmandat im Wahlbereich 1 des Altmarkkreises.
Der Salzwedeler Hanns-Michael Kochanowski bewirbt sich um ein Direktmandat im Wahlbereich 1 des Altmarkkreises. Foto: Antje Mewes

Salzwedel

Als Mitglied im Salzwedeler Stadtrat und Kreistag hat Hanns-Michael Kochanowski bereits Erfahrungen auf dem kommunalpolitischen Parkett gesammelt. Nun will er eine größere Bühne der Politik betreten und bewirbt sich für seine Partei, die Alternative für Deutschland (AfD), als Direktkandidat um ein Landtagsmandat.

Keine weitere Windkraft in der Landschaft

Seit 2016 ist er Mitglied der AfD, weil sie seine politischen Ziele vertritt. Und eins ist unter anderem der „Kampf gegen jegliche Form des Extremismus“ oder anders formuliert der „Einsatz für eine saubere und friedliche Region“, wie er im Gespräch mit der Volksstimme erklärt.

Für seinen Landtagswahlkampf hat er sich auch schon ein Motto gewählt, mit dem er seine Wähler überzeugen will: „Ich verspreche nichts – ich handele.“ Er wolle mit den Bürgern ins Gespräch kommen und Hinweise oder Vorschläge, die er dabei erhält, politisch umsetzen. Wobei er auch mit Kritik umgehen könne.

Ein Kernpunkt, den er in der Landespolitik vertreten will, ist die Ansiedelung von mittelständischen Betrieben in der Altmark. Eine Voraussetzung dafür sei ein weiterer Ausbau der Infrastruktur. Dabei setze er nicht nur auf Straßen und schnelles Internet, sondern auch auf die Schiene.

Weitere Windkraftwerke und Fotovoltaikanlagen auf Wiesen, Feldern oder Wäldern lehnt er hingegen ab. Dafür sollten aus seiner Sicht Dächer öffentlicher Gebäude, von Wohnanlagen oder ähnlichen Flächen genutzt werden.

Geboren ist der 65-Jährige in Bad Bibra, wuchs in Halle, Eisenhüttenstadt und Magdeburg auf. Nach einer Lehre bei der Reichsbahn studierte er an der Offiziershochschule der Grenztruppen in Plauen und an der Militärpolitischen Hochschule in Berlin. Seine Versetzung ins 24. Grenzregiment führte ihn 1979 nach Salzwedel, wo er seine Frau kennenlernte.

Zur Familie gehören zwei Söhne und inzwischen auch zwei Enkelkinder. Weitere berufliche Stationen – unter anderem bei der Bundespolizei – führten die Familie 1999 nach Berlin und 2013 zurück nach Salzwedel.

Zu seinen sportlichen Ambitionen gehört das Ringen. Bis 1991 war er aktiv am Bau der Ringerhalle beteiligt, berichtet er über seinen Lebensweg. Zudem ist er Mitglied in der Schützengilde Salzwedel und im Polizeisportverein, Sektion Schießen. Weiterhin engagiert er sich seit 23 Jahren für das Technische Hilfswerk – in Berlin Pankow und inzwischen wieder in Salzwedel. Unter anderem ist er Vorsitzender des Helfervereins. Bei dem Umfang ehrenamtlicher Posten bleibt nicht viel Raum für weitere Hobbys. „Ich freue mich, wenn meine Enkelkinder bei uns sind, dann nehme ich mir die Zeit“, sagt er.

Seit seinem Eintritt in den Ruhestand 2016 arbeitet er auf Basis einer geringfügigen Beschäftigung als Sicherheitsmitarbeiter eines beauftragten Unternehmens in der Gemeinschaftsunterkunft des Kreises in der ehemaligen Käthe-Kollwitz-Schule.

Seit dieser Zeit engagiert er sich auch politisch, sitzt seit der Kommunalwahl in verschiedenen Gremien des Kreistages und des Stadtrates. Im Kreis leitet er den Ordnungs- und Umweltausschuss.

Änderung des Asylgesetzes gefordert

In diesen Bereich fällt ein weiterer Punkt, der auf seiner Agenda steht und den parteipolitischen Zielen der AfD entspricht: „Eine Änderung des Asylrechts zur Verhinderung illegaler Einwanderung und die Einführung von Sachleistungen.“

Zudem findet er es angemessen, Asylbewerbern, die nicht arbeiten, Wertmarken statt geldlicher Sozialleistungen zukommen zu lassen.