Winterfeld l „Gerade in Zeiten struktureller und innovativer Veränderungen ist der Ertrag aus Bildung für die Entwicklung einer Region von besonderer Bedeutung“: Das sagte Michael Ziche, Landrat des Altmarkkreises Salzwedel, am Freitagabend während des Neujahrsempfanges in der Festscheune Rustica in Winterfeld, zu der gemeinsam mit der Sparkasse Altmark West eingeladen wurde.

Dies sei im Kreis sehr früh erkannt und über eine weitsichtige Schulentwicklungsplanung sowie hohe Investitionen in Schulstandorte sichergestellt. Im Vorjahr seien aus Mitteln der Europäischen Union und des Landes fünf Schulen mit moderner Netzwerk- und Servertechnik sowie digitalen Lehrmitteln ausgestattet worden.

Land in der Pflicht

Im Bereich Hochbau sei die Sanierung der Sekundarschule Beetzendorf für 1,4 Millionen Euro hervorzuheben. Auch an anderen Schulen sei kräftig investiert worden. Die Gesamtausgaben hätten 3,4 Millionen Euro betragen. „Ich meine: Gut angelegtes Geld für die Zukunft unserer Kinder“, betonte Michael Ziche.

Er sehe in einigen Bereichen das Land in der Pflicht: Benötigt werde eine Standortsicherheit für Schulen in dünn besiedelten Gebieten, auch bezüglich der Mehrfachstandorte in einer Verbandsgemeinde. Die dünne Besiedlung und die Größe des Raumes seien bei der Umsetzung der Inklusion zu berücksichtigen. „Wir brauchen andere Schülerzahlvorgaben für Förderschulen“, machte der Landrat deutlich. Zudem müsse die Schulsozialarbeit verlässlich und nachhaltig finanziert sowie an jeder Schule verfügbar sein. „Diese Themengebiete habe ich Ihnen zugeschickt und hoffe auf eine Reaktion während Ihrer Rede“, sagte er zu Marco Tullner.

Antworten blieben aus

Doch dieser blieb, auch wenn er darauf verwies, dass er seine Hausaufgaben gemacht habe, Antworten schuldig. Der Bildungsminister verwies darauf, dass in Sachen Schule das „eine oder andere“ in den vergangenen Jahren „nicht ordentlich gelaufen“ sei. Der Lehrermangel werde jetzt als hektisches Problem angepackt. Im Vorjahr seien 1000 neue Lehrer eingestellt worden. „Wir wollen es im ländlichen Raum schaffen, Schulstandorte zu sichern“, sagte er. Denn ein Land, das nur in Städten organisiert sei, sei nicht zukunftsfähig.

Als praktisches Beispiel führte er das Projekt „Garde-Lehrer“ an, mit dem die Stadt Gardelegen Stipendien für junge Lehramtsstudenten aus der Region auslobt, die nach ihrem Abschluss vor Ort unterrichten. Dafür dankte er den Kommunalpolitikern und Bürgermeisterin Mandy Zepig (SPD), „die meiner Meinung nach in der falschen Partei ist“.

Marco Tullner sagte, dass es keine Lösung von der Stange gebe, sondern solche erdacht werden müssten, die vor Ort nützlich seien. Er wünschte sich Ideen von der Basis und zeigte sich optimistisch, dass die Zukunft gemeistert werden könne.