Feuerwehren im Altmarkkreis Salzwedel

Arendsee: Wenn das Wasser nicht mehr zum Löschen reicht

Ein Haus brennt, die Feuerwehren sind schnell vor Ort, doch haben Probleme, zügig sowie über einen längeren Zeitraum genügend Wasser zum Löschen zu bekommen: Diesem Szenario wird in der Einheitsgemeinde Arendsee gezielt mit neuen Brunnen entgegengewirkt.

Von Christian Ziems
Löschwasserentnahmestelle gibt es bereits in etlichen Orten in ausreichener Menge, aber noch nicht überall.
Löschwasserentnahmestelle gibt es bereits in etlichen Orten in ausreichener Menge, aber noch nicht überall. Foto: Christian Ziems

Arendsee - Funktionierende Freiwillige Feuerwehren, die im Ernstfall auch alles haben, um helfen zu können, sind im Rahmen von kommunalpolitischen Diskussionen häufig Thema. Elementar bei Bränden ist genügend Wasser. Da die Fahrzeuge überhaupt kein oder nur ein begrenztes Kontingent an Bord haben, wird unter anderem auf Brunnen gesetzt. Und die Anzahl soll in der Einheitsgemeinde 2021 gesteigert werden. Haupt- und Ordnungsamtsleiter Michael Niederhausen stellte im Volksstimme-Gespräch die Details vor. Vier Brunnen sollen in Ortschaften und sieben in Wäldern gebohrt werden (siehe Infokasten). Auf der Liste steht auch Lübbars. Im zuständigen Kerkauer Ortschaftsrat wurde erst jüngst die Sorge laut, im Ernstfall könnte es beim Löschen zu großen Schwierigkeiten kommen. Ortsbürgermeister Michael Wrana schätzt die Situation als problematisch ein. Handlungsbedarf sieht auch die Stadtverwaltung. Seit Jahren wird nach einer Lösung gesucht, die Grundstücksfrage ist kompliziert. Nun läuft alles auf einen tiefen Brunnen hinaus. Dieser soll mit einer elektrischen Pumpe ausgestattet werden. Selbst wenn der Strom mal ausfällt, könne trotzdem Wasser gefördert werden. Und zwar mit Notstrom. Bei dieser und anderen Konstruktionen wird derzeit der geeignete Standort ausgewählt.

Bevorzugt kommunale Areale

Dabei kommt es grundsätzlich nicht nur drauf an, erstmal eine Stelle zu finden die genügend Wasser im Boden bietet. Auch das Eigentum ist ein Faktor. Die Einheitsgemeinde favorisiert kommunale Areale, weil sie dort selbst entscheiden kann. Wenn es aber an solchen Grundstücken mangelt, werden private Besitzer angefragt. Dabei besteht aber immer eine gewisse Gefahr: In einigen Jahren könnte die Meinung geändert und der Brunnen nicht mehr gewollt sein. Allerdings sei dies bei diesen Konstruktionen laut Michael Niederhausen kein großes Problem, bei Sirenen sieht es schon anders aus. Die Standortfrage spielt nicht nur in Lübbars eine Rolle. Sobald alles geklärt ist – dies soll noch 2021 der Fall sein – kann gebohrt werden. Pro Brunnen muss mit Kosten zwischen 15.000 und 20.000 Euro gerechnet werden. Aus finanziellen Gründen kann die Kommune die vorhandene Liste nur Stück für Stück arbeiten.

Löschwasserteiche 2022 im Fokus

Im nächsten Jahr stehen dann verstärkt Löschwasserteiche im Fokus. Das Areal in Molitz muss ausgebaggert und erneuert werden. Zudem sind 2022 in Kleinau Arbeiten vorgesehen. Der dortige Löschwasserteich hat aber eine Folie als Untergrund. Darum sind die Tätigkeiten nicht ganz so umfangreich wie in Molitz. Der Kleinauer Teich wird ausgesaugt. Hinzu kommen dann in den nächsten Jahren weitere Brunnen, Bedarf gibt es zum Beispiel in Kerkau. Was die Löschwasserversorgung angeht, gibt es auch auf mobiler Seite Entlastung. Derzeit wird ein neues Tanklöschfahrzeug gebaut. Es soll bei der Ortswehr Arendsee stehen. Das Fahrzeug wird bei Bedarf aber selbstverständlich auch in anderen Ortsteilen eingesetzt. Der Tank kann 6000 Liter Wasser aufnehmen. Was den Auslieferungstermin betrifft, geht Michael Niederhausen derzeit von Juli aus. Jüngst wurden mit dem Hersteller noch einige Einzelheiten geklärt. Dies betrifft die Frage, wohin welcher Ausrüstungsgegenstand kommt. Die Feuerwehr Arendsee kann dabei auf vorhandene Materialien zurückgreifen.