Salzwedel  l Im Salzwedeler Stipendiatenhaus des Altmarkkreises sind künftig wieder Künstler aus ganz Deutschland und darüber hinaus willkommen, teilt Kreissprecherin Birgit Eurich mit. Mit der Ausschreibung für dieses Jahr war das anders gelaufen, nachdem die Staatskanzlei die Bedingungen geändert hatte. Es hatte Hinweise gegeben, die die Bewerbung bundesweiter und internationaler Künstler eingeschränkt hat. Daraufhin hatten sich weniger Bewerber gemeldet. Schließlich wurde daraufhin mitgeteilt, dass nur zwei Stipendien vergeben werden können. „Nach offener Kritik wurde ein drittes Stipendium im Frühjahr 2018 für Andrea Flemming nachnominiert“, informiert Eurich.

Die Einschränkungen sind nun aufgehoben worden. Mit der neuen Ausschreibung für 2019 richten sich die Staatskanzlei und das Ministerium für Kultur an besonders begabte und vorrangig jüngere Künstler der Sparten Bildende Kunst, Literatur und Musik/Komposition, die mit ihrer Arbeit bereits öffentliche Anerkennung gefunden haben und die in ihrer künstlerischen Entwicklung noch offen sind. „Bewerbungen von Künstlern aus Sachsen-Anhalt sind ausdrücklich erwünscht, jedoch keine Voraussetzung“, heißt es jetzt im Ausschreibungstext.

Erfolgsgeschichte

Eurich: „Der Landkreis und der Förderverein des Künstler- und Stipendiatenhauses sind froh über diese Nachricht.“ Zusammen hätten Landrat Michael Ziche und der Vorstand des Fördervereins im vergangenen halben Jahr darum gerungen, dass die gut 20-jährige Erfolgsgeschichte des Hauses fortgesetzt werden kann, und einen Kompromiss erreicht. Die bislang mehr als 100 Künstler, die eine kreative Zeit in Salzwedel verbrachten, hätten mit Ausstellungen und Konzerten einen Mehrwert für die Kultur in der Altmark geschaffen. „Und sie nehmen die Region Altmark in ihren Werken mit bis nach China, Korea, Indien, Österreich, Brasilien oder Frankreich“, betont der Landrat.

„Die Aufgabe von Kunst und Kultur ist die Überwindung von Grenzen“, sagt Fördervereinsvorsitzende Charlotte Knappstein. Die Öffnung der Ausschreibung für junge Künstler aus allen Bundesländern und weit darüber hinaus sei ein richtiger Schritt in Richtung Weltoffenheit und Toleranz. „Es ist im Sinne von Christa-Maria Meyer, der Gründerin des Stipendiatenhauses und des Fördervereines. Wir danken allen, die uns in unseren Forderungen unterstützt haben“, betont Charlotte Knappstein abschließend.