Salzwedel l Wie öffnet man professionell einen BH? Ist Baby machen lustig? Wie oft muss ich Sex machen um Zwillinge zu bekommen? Erwachsene mögen über diese Fragen lächeln, für die Heranwachsenden sind sie jedoch von Interesse und verdienen eine ernsthafte Antwort. Nadine Rodewald aus Badel und Torsten Grünke aus Fleetmark begleiteten dazu als Praktikanten das Team der Erziehungs-, Familien- und Schwangerenberatungsstelle bei der sexualpädagogischen Beratung in Grundschulen. Daneben betreuten sie noch jeweils ein eigenes Projekt.

Kurz vor dem Abschluss ihres Praktikums blickten die beiden Schüler der neuen Fachklassen an den Berufsbildenden Schulen des Altmarkkreises auf die hinter ihnen liegende Zeit zurück und waren sich einig: die Berufswahl zum Erzieher war die richtige Entscheidung.

Kinder haben Fragen

Besonders viel Freude bereitete den beiden jungen Altmärkern die Arbeit mit den Kindern. Sie stehen dem Thema Sexualität sehr offen gegenüber, haben viele Fragen dazu.

„Wichtig ist es gerade für Grundschüler altersgerechte Antworten zu finden, sich ebenso ernsthaft wie spielerisch den verschiedenen Aspekten zu nähern“, erklärte Jana Schweizer. Als Leiterin der Beratungsstelle stand sie den beiden Praktikanten zur Seite. In den Grundschulen ist die professionelle Hilfe gern gesehen, betont sie. Zweifel liegen eher bei den Eltern. Für sie gibt es neben besonderen Informationsveranstaltungen sogar die Möglichkeit zur Teilnahme am Unterricht. Eine Chance, die bereits mehrfach gern genutzt wurde.

Neben der Arbeit mit den Kindern betätigte sich Torsten Grünke in der sozialpädagogischen Familienhilfe. Für den Berufsschüler ein völlig neues Betätigungsfeld.

Schwierige Verhältnisse

„Es war nicht immer einfach für mich zu erleben, in welch schwierigen Verhältnissen Menschen leben“, versicherte der junge Mann. Doch am Ende überwog die Freude darüber, Menschen helfen zu können. Stolz machte Grünke zudem das Vertrauen, das die Menschen ihm entgegengebracht haben, wie dicht sie ihn an sich und ihr Leben heran ließen.

Nadine Rodewald beschäftigte sich in der Schwangerenberatung mit der Kommunikation zwischen der Beratungsstelle und den hilfesuchenden Frauen.

„Viele von ihnen können nur sehr schwer zum Ausdruck bringen wo ihr Problem liegt und welche Hilfen sie erwarten“, beschrieb sie ihr Arbeitsgebiet. Die Beratungsstelle bewilligt im Jahr Hilfen im Wert von rund 45.000 Euro. Die Möglichkeiten reichen von Kleidung, über Wohnbedarf bis hin zu Waschmaschinen oder Trocknern.

Nach dem absolvierten Praktikum freuen sich Nadine Rodewald und Torsten Grünke wieder auf den Schulalltag. Schließlich wollen sie in zwei Jahren ihren Abschluss in der Tasche haben. In jedem Falle möchten sie später in der heimischen Altmark arbeiten. Ob sie allerdings als Erzieher tätig werden oder noch ein weiter führendes Studium aufnehmen, bleibt vorerst abzuwarten. Sicher ist aber, dass sie ihrer Fachrichtung treu bleiben.