Salzwedel l Was Ende September undenkbar schien, ist inzwischen bittere Realität: Der Sieben-Tage Inzidenz-Wert, der unter 50 liegen soll, damit die Gesundheitsämter die Infektionsketten nachverfolgen können, ist im Altmarkkreis aktuell fast doppelt so hoch. Er spiegelt die Zahl der bestätigten Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen wider. Kein Wunder, dass die Bevölkerung verunsichert ist, insbesondere, was die Praxis der Testungen anbelangt, wie besorgte Bürger mehrfach im Gespräch mit Volksstimme-Reportern zum Ausdruck brachten.

Dienstags, mittwochs und freitags wird im Fieberzentrum auf dem Salzwedeler Fuchsberg getestet und dann sei dort auch viel Betrieb, räumt die zuständige Dezernentin Kathrin Rösel ein. Sie weist gleichzeitig darauf hin, dass das Fieberzentrum von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) betrieben wird. In der Regel sind es niedergelassene Ärzte, die sich neben ihrem Praxisbetrieb bereit erklären, die Tests vorzunehmen.

Termine im Container

In akuten Fällen werden im Container am Gesundheitsamt Termine angeboten, beispielsweise, wenn jemand ins Krankenhaus oder zu einer Reha-Kur muss. Hausärzte nehmen ebenfalls Tests vor, erklärt Rösel. Wochentags laufe das flexibel. Übers Wochenende könnten allerdings Wartezeiten entstehen. Sie nennt ein Beispiel: „Wenn jemand am Freitag erfährt, dass er Kontakt zu einem Infizierten hatte, kann es bis Dienstag dauern, bis er getestet wird.“ Das Ganze laufe nach einem Konzept ab. Kontaktpersonen in Quarantäne werden nur getestet, wenn sie in sensiblen Bereichen wie Schulen, Kitas, Pflegeheimen oder Krankenhäusern arbeiten oder wenn sie Symptome haben. Aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens, sei mehr nicht zu schaffen.

Wenn jemand weiß, dass er in unmittelbarem Kontakt zu einem positiv Getesteten stand, sei das Wichtigste: „sofort absondern und zu Hause bleiben“, betont Rösel. Immer öfter würden Betroffene von der Corona-App darüber informiert. „Das funktioniert jetzt gut“, sagt sie. Wichtig sei dann, verantwortungsvoll zu sein, und sich sofort mit dem Gesundheitsamt in Verbindung zu setzen, das auch am Wochenende besetzt ist, damit entsprechende Maßnahmen eingeleitet werden könnten.

Kostenpunkt rund 200 Euro

Natürlich könnten sich Bürger privat testen lassen. Über den Altmarkkreis allerdings nur mit PCR-Tests. Die müssen bei der KV bezahlt werden. Kostenpunkt: rund 200 Euro.

Schnelltests seien eventuell beim jeweiligen Hausarzt möglich. Wenn jemand vor Weihnachten so etwas nutzen wolle, könne er sich dort informieren. Am besten sei aber, auch über die Feiertage Kontakte und Fahrten in andere Gebiete auf das absolut nötige Minimum zu beschränken, mahnt die Dezernentin.

Schnelltests für Pflegeheime

Pflegeheimen stünden Schnelltests in ausreichendem Maß zur Verfügung. Um die Beschaffung kümmerten sich die Heimleitungen in Eigenregie. Sie habe nicht gehört, dass es dahingehend Engpässe gebe. Die Sicherheit, so habe sich gezeigt, liege bei etwa 90 Prozent. Rösel: „Jedem muss klar sein, ein Test ist nur eine Momentaufnahme.“

Das Land reagiert mit einem verstärkten Test- und Besuchsregime in Pflegeinrichtungen auf die aktuelle Lage. Jeder Bewohner darf höchstens einen Besucher pro Tag empfangen. Alle Beschäftigten der Einrichtungen müssen sich regelmäßig mindestens zwei mal wöchentlich einem Corona-Schnelltest unterziehen.

Aktuelle Zahlen

Das Gesundheitsamt des Altmarkkreises Salzwedel meldete am Wochendende (12./13. Dezember) insgesamt 23 Corona-Neuinfektionen. Zudem ist ein weiterer Todesfall zu beklagen. "Eine Patientin, die seit längerer Zeit im Krankenhaus behandelt wurde, ist im Zusammenhang mit Covid-19 verstorben", heißt es in einer Mitteilung des Kreises. Damit verzeichnet der Altmarkkreis den 12. Todesfall. Weiter wurde mitgeteilt, dass die Anzahl der laborbestätigt infizierten Personen in der Region seit Beginn der Corona-Pandemie nun bei 464 liegt. Der aktuelle 7-Tage-Inzidenzwert beträgt nach Kreisangaben 94,98.