Salzwedel l Die Demonstranten waren laut und trugen ihren Schlachtruf unmissverständlich vor: „Finger weg von der Vita!“ Einen möglichen Verkauf des Pflegeheims im Zuge des Liquiditätskonzepts der Stadt Salzwedel wollen sie nicht widerstandslos hinnehmen, so die klare Botschaft. Veräußert die Stadt ihre hundertprozentige Tochter, könnten Einnahmen zwischen 2 und 7 Millionen Euro erzielt werden.

Gut 70 Mitarbeiter und Heimbewohner – mit Plakaten, Rasseln und Trillerpfeifen ausgerüstet – bildeten ein Spalier für die Mitglieder des Hauptausschusses, der am Mittwochabend im Hansezimmer des Rathauses tagte. Von den Räten suchten Peter Fernitz (CDU) und Gerd Schönfeld (Die Linke) kurz den Kontakt zu den Demo-Teilnehmern.

Heftige Diskussion im Ausschuss

Auf der Tagesordnung des Ausschusses stand unter anderem die Fortschreibung eben jenes Konzeptes, das den Demonstranten offensichtlich sehr viel Sorge bereitet. Immer wieder forderten sie außerdem Bürgermeisterin Sabine Blümel vergeblich auf, sich der Diskussion zu stellen.

An der öffentlichen Sitzung des Gremiums nahm indes nur eine kleine Abordnung der Demonstranten teil, während der Großteil vor dem Rathaus verharrte. Als sie Notiz davon nahmen, dass Sabine Blümel den Sitzungssal betreten hatte, schwoll der Lärmpegel noch einmal umso lauter an. Die Adressatin nahm aber nicht weiter Bezug auf den Pulk vor der Tür. In der Sitzung folgte dann aber eine hitzige Diskussion.

Kampf bis zum Ende

Volker Mosch, Mitarbeiter in der Vita-Verwaltung und Mitorganisator der Aktion, machte klar, weshalb die Angst vor der Privatisierung sich beim Personal breitmacht: „Wir fürchten Lohnkürzungen. Der Tarifvertrag könnte ausgehebelt werden.“ Fraglich sei auch, ob alle Arbeitsplätze nach dem Verkauf Bestand haben würden. „Besonders in der Verwaltung und in der Hauswirtschaft könnten Jobs verloren gehen“, konkretisierte er seine Bedenken.

Die Belegschaft der Vita zeigte sich solidarisch. „Es sind alle hier, außer denjenigen, die den Dienst absichern“, sagte Pflegedienstleiterin Inge Schade. Sie hoffe, dass das richtige Signal bei Bürgermeisterin und Stadräten ankomme. „Es soll so bleiben, wie es ist. Ein Verkauf ist inakzeptabel. Wir kämpfen bis zum Ende und geben nicht auf“, machte sie eine klare Ansage.