Salzwedel l Zehn Schnellladesäulen für Elektroautos stehen in der Hansestadt. Nur heißt diese nicht Salzwedel, sondern Uelzen. Während unweit in der niedersächsischen Kreisstadt seit Ende des vergangenen Jahres in Zusammenarbeit von Stadtverwaltung und den mycity Stadtwerken in schnelle Ladeinfrastruktur investiert wurde, ruht in Salzwedel diesbezüglich der See (wir berichteten). Das aber will der Altmarkkreis ändern – zumindest marginal. Denn wenn es nach dem Willen der Kreisverwaltung in Salzwedel geht, steht genau dort bald eine Schnellladestelle. Doch noch heißt es Warten: Der Kreis hofft auf Fördergeld vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur, kurz BMVI.

Der Antrag befinde sich derzeit bei der zuständigen Behörde in Bearbeitung, teilt Kreissprecherin Birgit Eurich auf Nachfrage mit. Auch eine entsprechende Ausschreibung sei bereits auf den Weg gebracht. „Das Vergabeverfahren kann erst nach einem positiven Bescheid des BMVI abgeschlossen werden“, erklärt sie. Die formale Frist dazu laufe noch bis zum 30. Juni. Sollte dann Geld fließen, möchte der Altmarkkreis noch in zweiten Halbjahr 2019 besagte Schnellladesäule errichten.

Land Sachsen-Anhalt will Ladestationen förder

Bis zu 180 normale Ladestationen und 35 Schnellladepunkte möchte das Land fördern. Eben diese Förderung will der Altmarkreis Salzwedel nutzen, um den ersten Schnellladepunkt im nördlichen Sachsen-Anhalt anzubieten. „Als ländlich geprägter Raum ist der Altmarkkreis auf die Mobilität der hier lebenden Einwohner angewiesen und möchte mit dem Vorhaben diejenigen unterstützen, die auf alternative Antriebssysteme wie Elektromobilität/Hybrid umsteigen möchten“, nennt Birgit Eurich als Grund für das Vorhaben. Der Schnellladepunkt soll sich dann in direkter Nähe der Kreisverwaltung und des Altmarkklinikums befinden. „Es wird 24 Stunden und sieben Tage in der Woche möglich sein, das Fahrzeug zu laden“, erklärt die Kreissprecherin.

Wenn alles klappt und Fördergeld fließt, soll der Ladepunkt am Kreisgebäude die beiden Connectoren Typ 2 (Wechselstrom) und das kominierte Ladesystem CCS (Combined Charging System) vorhalten, die nach Ladesäulenverordung gefordert sind, weiß Eurich und ergänzt: „Als dritter Connector ist der „CHAdeMo“ (Charge de Move), zu deutsch Laden und Bewegen, geplant.“ Damit sei eine „technische Diskriminierungsfreiheit“ erreicht“, meint die Kreissprecherin. Denn mit den drei verschiedenen Ladesystemen würden nahezu alle aktuellen Fahrzeuge mit alternativen Antriebssystemen bedient werden.

Weiter Möglichkeit über Nahverkehrsservice

Neben besagter Fördermöglichkeit, behält der Altmarkkreis aber noch eine weitere im Auge. Nämlich vom Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt (Nasa). Dazu heißt es bei der Nasa: „Bislang fehlt es im Land Sachsen-Anhalt an einer flächendeckenden Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge, sodass für Kraftfahrzeugführer noch ein Hemmnis zum Umstieg auf Elektromobilität besteht.“

Die Fördermöglichkeit der Nasa „liefert nahezu die gleichen Konditionen bezogen auf den finanziellen Rahmen wie das Bundesprogramm“, erklärt Birgit Eurich. Doch im Unterschied zur Bundesförderung, können bei der Nasa auch Standorte außerhalb der von Kerngebieten gefördert werden. „Daher ist es durchaus ein Weg, den sich der Landkreis für weitere Projekte vorstellen kann“, blickt der Kreissprecherin voraus. Doch nur dann, wenn auch entsprechendes Geld auf der hohen Kante des Altmarkkreises liegt. Denn: „Da jedoch in jedem Fall kofinanziert werden muss, muss auch der Landkreis zunächst prüfen, inwieweit finanzielle Mittel für diese Projekte verfügbar sind“, meint Eurich.

Aber: Hier ist nicht nur der Kreis gefragt. Denn allen Städten und Gemeinden im Kreis steht es frei, sich selbst um die Förderung einer besseren Lade- infrastruktur zu bemühen.

Wie eingangs erklärt, hat die Stadt Uelzen in ihrem Gebiet zehn Schnellladepunkte. In der Kernstadt von Salzwedel kann bisher bei der Sparkasse an der Wallstraße, bei der Avacon am Salzwedeler Bahnhof und dem Parkplatz der Industrie und Handelskammer (IHK) in der Altperverstraße Strom für das Auto gezapft werden. Hinzu kommt jeweils eine Stadtion in den Ortsteilen Pretzier und Dambeck – das war`s.

Die Zeichen stehen auf Strom, auch wenn es noch an Struktur mangelt.