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Angst vor giftigem Schwermetall Gefahr durch Quecksilberfund bei Salzwedel bestätigt

Bei dem Quecksilberfund in Cheine gesteht der Altmarkkreis jetzt ein: Eine Gefährdung der Gesundheit von Mensch und Tier beim Passieren des Weges ist möglich.

Von Siegmar Riedel Aktualisiert: 01.03.2026, 14:15
Das ist der wegen einer Quecksilberverseuchung abgesperrte Weg namens Molochsberg in Cheine am 27. Februar.
Das ist der wegen einer Quecksilberverseuchung abgesperrte Weg namens Molochsberg in Cheine am 27. Februar. Foto: Beate Achilles

Cheine. - Erst tagelanges Schweigen, dann das Eingeständnis: Bei dem in Cheine am Molochsberg in der vergangenen Woche an der Bodenoberfläche gefundenen Quecksilber kann eine „Gesundheitsgefahr für die Bevölkerung beim Passieren des Weges nicht ausgeschlossen werden“. Das teilte das Presseteam des Altmarkkreises in einer E-Mail jetzt mit.

Demnach habe ein hinzugezogener Mitarbeiter aus dem Bereich Umweltanalytik der Neptune Energy Deutschland GmbH mit einem speziellen Messgerät Messungen des punktuellen Quecksilberanteils am Boden sowie in Höhe der Atemwege (Nasenhöhe) vorgenommen mit dem Ergebnis, dass erhöhte Konzentrationen an Quecksilber festgestellt worden sind. Laut Presseteam würden diese Konzentrationen jedoch „deutlich unterhalb des gesundheitsgefährdenden Schwellwertes liegen“. Dennoch sei zum Schutz der Bevölkerung der betroffene Kopfsteinpflasterweg beidseitig gesperrt worden.

Betroffene Zone eingrenzen

Wie die Kreisverwaltung informierte, sollten weitere Messungen den betroffenen Bereich einzugrenzen helfen. Im Labor von Neptune Energy wurden Bodenproben analytisch untersucht. Zeitgleich ist das sichtbare Quecksilber an der Erdoberfläche weiter abgesaugt worden, wie die Volksstimme bereits berichtete.

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Am Sonnabend zog der Altmarkkreis dann zwei sogenannte CBRN-Erkunder hinzu. CBRN steht für chemische, biologische, radiologische und nukleare Gefahren. Sie sollten feststellen, wie groß die Gefahr für Mensch und Tier wirklich ist und ob weitere Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung getroffen werden müssen. Danach folgte die Mitteilung über eine potenzielle Gefährdung durch das Quecksilber.

Die CBRN-Erkunder mussten nach dem Verlassen des Gefahrenbereichs noch vor Ort dekontaminiert werden. Dafür sind sechs Einsatzkräfte der Feuerwehr Cheine hinzugezogen worden.

Sicherheitsdienst eingesetzt

Zuvor hatten Unbekannte die errichtete Absperrung, die ein Betreten des kontaminierten Weges verhindern und laut Altmarkkreis deshalb zwingend beachtet werden sollte, widerrechtlich entfernt, wie das Presseteam mitteilte. Daraufhin wurde „zur Sicherheit die Absperrung verstärkt sowie ein Sicherheitsdienst postiert“, heißt es aus der Kreisverwaltung.

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Und weiter: „Auch wenn die bisherigen Messwerte unterhalb des gesundheitsgefährdenden Schwellwertes liegen, wird dringend dazu geraten, den kontaminierten Bereich am Molochsberg nicht zu betreten oder zu befahren, um ein Forttragen des Quecksilbers, zum Beispiel in Haus und Wohnung, zu vermeiden.“

Anwohner des kontaminierten Bereichs waren nicht nur schockiert von dem Quecksilberfund, sie fühlten sich auch alleingelassen, weil sie in den ersten Tagen seit der Entdeckung des hochgiftigen Schwermetalls keinerlei Informationen und Verhaltensrichtlinien bekamen – weder vom Kreis noch von Neptune Energy.