Arendsee l Das Thema schien eigentlich schon abgeschlossen zu sein, aber Michael Meyer will das Projekt „Erlebnisrundweg“ nicht gänzlich verabschieden. Der Geschäftsführer der Luftkurort Arendsee GmbH sprach diese mögliche Attraktion während verschiedener kommunalpolitischer Sitzungen in den vergangenen Wochen an und machte keinen Hehl aus seiner Meinung: Solch ein digitales Angebot wäre sinnvoll für den Luftkurort. Eine Diskussion entfachte er damit aber kaum. Denn es mangelt am nötigen Geld, ein Fördermittelantrag wurde abgelehnt. Der bislang letzte Versuch, Geld zu bekommen liegt aber bereits Jahre zurück.

Nun gibt es wieder etwas Hoffnung. Christian Wiemann, Sachgebietsleiter für Wirtschaftsförderung, Tourismus und ländliche Entwicklung beim Altmarkkreis Salzwedel, hatte jüngst grundsätzlich das Angebot unterbreitet, bei der Suche von Fördermitteln zu helfen. Rückblick: Am 4. Oktober 2017 war viel Begeisterung für den digitalen Seerundweg zu spüren. An diesem Tag wurde die Idee während des Wirtschaftsausschusses im Rathaus vorgestellt. Expertin Anne Seidler kam in die Seestadt und erläuterte Grundlagen. So müsste eine App erstellt werden. Diese würde Interessierten mithilfe von GPS nicht nur den Weg rund um die „Blaue Perle“ zeigen. Es werde auch jede Menge Wissen integriert, hieß es 2017.

Digitale Nonne erzählt vom Klosterleben

Verschiedene geschichtliche Ereignisse und Entwicklungen, die direkt mit Arendsee zu tun haben, stünden im Mittelpunkt. So könnte auf dem Smartphone eine Nonne erscheinen und über das einstige Kloster berichten. Ähnliche Chancen bieten das Gustav-Nagel-Areal und die damit verbundenen Lebenspunkte des Wanderpredigers. Der Vorteil dieser App: Öffnungszeiten spielen keine Rolle. Zudem müssten im Vorfeld keine Führungen gebucht werden.

Darüber hinaus könnte bei Stellen, die vom Seeweg nicht sofort sichtbar sind, Panoramen auf dem Handy laufen. Dies wäre zum Beispiel für Gäste hilfreich, die auf dem Seeweg an den Klostermauern vorbei gehen, aber nicht dahinter schauen können. Während der Sitzung 2017, deren Details in einem öffentlichen einsehbaren Protokoll nachgelesen werden können, ging es auch um die Finanzierung. 80.000 Euro wurden geschätzt. Die Förderquote könne bei bis zu 90 Prozent liegen. Allerdings kam die Einheitsgemeinde bei diesem Programm bislang nicht an die Reihe.

Sponsoren sind nötig

Für den Eigenanteil von zehn Prozent gab es ebenfalls eine Idee. So hätte die Kommune dafür Sponsoren aus der Tourismus-Wirtschaft gewinnen können. Im Gegenzug wären Hinweise auf die entsprechenden Restaurants, Hotels und Pensionen in der App für den Luftkurort eingearbeitet worden. Auch die übrigen Ortsteile der Einheitsgemeinde sollten ihren Platz in der App bekommen. Der Wirtschaftsausschuss legte übrigens 2017 fest: Das Projekt soll weiter verfolgt werden. Ein erfolgreiches Ende ist derzeit nicht in Sicht. Doch die Hoffnung, über den Wirtschaftsförderer des Altmarkkreises einen Weg zu finden, besteht.