Was war für Sie 2019 die größte Herausforderung?
Sabine Blümel:
Die größte Herausforderung ist das Spannungsfeld zwischen dem Erhalt freiwilliger Leistungen, die einen wichtigen Teil für die Attraktivität der Hansestadt leisten, und der gebotenen Sparsamkeit, um die Handlungsfähigkeit der Kommune zu erhalten.

Und das schönste Erlebnis?
Das Schönste ist es, das Miteinander zu erleben, welches in der Hansestadt gelebt wird. Ob es die vielfältigen kulturellen Angebote sind, die von Chören, Vereinen oder auch vielen Einzelpersonen aufrechterhalten werden. Oder die historisch interessierten Vereine, die Angebote für die sportlich-interessierten Hansestädter und so weiter. Das Ehrenamt und die Begeisterung, sich für andere zu engagieren, ist immer wieder ein gutes und motivierendes Erlebnis.

Wie schätzen Sie die Zusammenarbeit mit dem neuen Stadtrat ein?
Der Salzwedeler Stadtrat, der im Mai 2019 gewählt wurde, setzt sich aus neuen und bereits erfahrenen Stadträtinnen und Stadträten zusammen. Ich erlebe die Diskussionen sachorientiert und auf das Wohl der Hansestadt fokussiert. Es ist also eine gute Zusammenarbeit, die ich im neuen Jahr gerne fortführe.

Was ging Ihnen besonders gegen „den Strich“?
Es gibt immer Sachverhalte, bei denen es unterschiedliche Meinungen gibt. Als Bürgermeisterin ist es meine Aufgabe, einen Konsens zu finden und das Wohl der Stadt im Auge zu behalten. Auch leidenschaftlich geführte Debatten haben bisher vor allem das Ziel gehabt, die Stadt voranzubringen. Sicherlich sind unfaire oder populistische Versuche, Meinungen zu beeinflussen, nicht schön. Doch auch damit muss und kann ich umgehen.

Die Haushaltslage ist 2020 schwierig. Wie kann es trotzdem gelingen, die Stadt weiter zu entwickeln?
Indem wir gemeinsam handeln und auch in strittigen Positionen das bestmögliche Ergebnis erreichen, welches das Wohl der Stadt im Blick hat. Populismus und das Hoffen auf kurzfristigen Applaus helfen dabei nicht. Ich setze auch weiterhin auf die enge Zusammenarbeit mit dem Stadtrat sowie Ideen und Anregungen aus der Bevölkerung. Denn schlussendlich haben wir Salzwedeler es selbst in der Hand, wie lebenswert unsere Heimatstadt ist.

Welches sind die wichtigsten Vorhaben auf Ihrer Agenda?
Ganz eindeutig die Verbesserung der finanziellen Situation der Hansestadt Salzwedel. Dabei stehen wir, wie eingangs gesagt, vor dem Spagat einerseits die Attraktivität zu erhalten, andererseits dem Gebot der Sparsamkeit und Wirtschaftlichkeit zu folgen. Das wird unsere ganze Kraft erfordern.

Gibt es eine Chance für die Wiedereröffnung des Waldbades Liesten?
Eine Chance gibt es immer. Es müssen allerdings die Rahmenbedingungen stimmen. Wenn es in kommunaler Hand betrieben werden soll, muss eindeutig klar sein, dass wir das auch finanziell leisten können.

Was wünschen Sie sich für das neue Jahr für die Hansestadt?
Dass wir gemeinsam für unsere Hansestadt arbeiten. Etwas mehr Optimismus und vor allem mehr Begeisterung für das Geschaffene. Denn es ist schon einiges erreicht worden, gerade was das Angebot in der Hansestadt Salzwedel angeht. Doch wird uns dies oftmals „von außen“, von Gästen der Stadt nahegebracht, weil viele Einwohner es selbst nicht mehr wahrnehmen. Es wäre schön, wenn wir als Salzwedeler mehr Freude und Stolz über unsere Stadt entwickeln würden.

Und persönlich?
Auch wenn es abgedroschen klingen mag: Gesundheit. Die wünsche ich uns Allen.