Bornsen l Die einstige Gemeinde Bornsen hat es möglich gemacht: Am 2. Mai 1988 wurden Krippenkinder erstmals im neuen Mehrzweckgebäude betreut. „Unten im Keller befanden sich das Bürgermeister-Büro, die Bibliothek, die Umkleideräume für die Fußballer. Und dort fanden auch die Polizei- und die Arztsprechstunden statt“, erinnert sich Kerstin Tanke, die seit Beginn an in dem Haus arbeitet.

Vor 30 Jahren sei der Fokus mehr auf pflegerische Maßnahmen gelegt worden. „Wir haben viel mit Desinfektion gearbeitet und einen Kittel getragen. Es war eher steril und vieles festgelegt. Selbst die Sitzordnung fürs Essen“, erzählt die Leiterin des „Hauses der Zwerge“ in Bornsen und fügt hinzu: „Heute ist die Arbeit mit den Jüngsten viel fortschrittlicher.“ Es sei erstaunlich, was Zweijährige selbst können, wenn man zulasse, dass sie sich ausprobieren können. Sogar den Tisch würden sie schon allein decken. „Allerdings“, vergleicht Kerstin Tanke, „waren die Kleinen früher schneller trocken. Die Baumwollwindeln waren nicht so angenehm. In den Wegwerfwindeln fühlt es sich trockener an.“ Und noch etwas sei besser gewesen. „Wir hatten eine Köchin im Haus, die für uns das Mittagessen gekocht sowie Frühstück und Vesper vorbereitet hat“, erzählt die Leiterin. Früher hätten die Krippenkinder im Sechssitzer die Welt erkundet, heute würden sie diese beim Laufenlernen entdecken.

Aus Krippe wurde Kindertagesstätte

Im Jahr 1991 wurde aus der Krippe eine Kindertagesstätte. Der Kindergarten, der sich im Gebäude des heutigen Dorfgemeinschaftshauses befand, wurde aufgelöst. Im Jahr 2010 hat die neu gegründete Verbandsgemeinde Beetzendorf-Diesdorf die Trägerschaft über die Einrichtung übernommen. „Zu unserem Pool gehören die Kitas in Jübar, Abbendorf und Mehmke“, sagt Kerstin Tanke, die seit Juni 2011 das Bornsener Haus leitet. Ihre Arbeit halte sie jung. „Es ist mein Traumberuf“, fügt sie hinzu.

„Erzähle mir, und ich vergesse. Zeige es mir, und ich erinnere mich. Lass es mich tun, und ich verstehe“: Dieser Spruch von Konfuzius ist heute das Motto im „Haus der Zwerge“. „Uns ist es wichtig, die Kinder auf dem Weg zur Selbstständigkeit zu begleiten“, erklärte die Leiterin. Ein Angebot dazu sei das Kinderrestaurant, das im Jahr 2014 eröffnet wurde. Hier frühstücken die Kinder gemeinsam, treffen sich zur Vesper. „Wir legen Wert darauf, dass Gesundes auf den Tisch kommt. Eltern spendieren viel Frisches“, bedankt sich Kerstin Tanke für die Unterstützung.

Bad ist renoviert

Mit 28 Kindern sei die Einrichtung gut gefüllt. Und auch in Sachen Ausstattung habe sich seit 2012 einiges getan. Fenster und Bodenbeläge seien erneuert, das Bad renoviert worden. Der Kreativraum werde derzeit durch einen Maler aufgefrischt. In den Betriebsferien sei dann das Kinderrestaurant dran.

Dennoch gebe es noch einige Wünsche: ein kleines Büro für die Leiterin, die derzeit die umfangreiche Dokumentation im Krippenraum erledigt, eine kürzere Ausbildung für junge Erzieher, aber auch Vor- und Nachbereitungszeiten, um das Erforderliche in Schriftform absolvieren zu können.

Tag der offenen Tür am 19. Juni

Kerstin Tanke und ihre Kolleginnen bauen auf eine gute Kooperation mit den Eltern. Sie feilen ständig am Konzept für die Kita, das mit dem Elternkuratorium abgestimmt wird. Wichtig sei auch die Fortbildung, um sich neue fachliche und wissenschaftlichen Erkenntnisse anzueignen.

Das Haus soll zum 30-Jährigen öffentlich präsentiert werden. Deshalb sind Interessenten am Dienstag, 19. Juni, zu einem Tag der offenen Tür eingeladen. Dieser beginnt um 15.30 Uhr mit einem Programm der Kinder. Danach ist das Umschauen möglich. Fragen werden gern beantwortet. Es gibt Kaffee und Kuchen.