Salzwedel l „Die Regierung macht ihre Hausaufgaben nicht“, stellte Leah Schönwald von der Fridays For Future-Bewegung in Salzwedel an der Mönchskirche klar. Denn wie andernorts stand der Tag im Zeichen des vierten globalen Klimastreiks.

Da aktuell der Weihnachtsmarkt den Rathausturmplatz und teils die Breite Straße einnimmt, mussten sich die Demonstranten eine neue Route überlegen. Die Idee: An zwei Standorten die Demo beginnen, um mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Während sich die eine Gruppe am Bahnhof traf, um in Richtung Stadtzentrum zu gehen, kam ihr die andere Gruppe von der Mönchskirche aus entgegen. Beide Gruppen trafen schließlich auf der Neuperverstraße zusammen und gingen geschlossen in Richtung Neuperver Tor.

Die Politik muss handeln

Vorab verdeutlichte Leah Schönwald nochmals die Forderungen der Bewegung. „Das Klimapaket sollte der große Wurf sein, aber es passierte das Gegenteil. Die Politik muss handeln. Wir handeln schon. Wir demonstrieren und versuchen, klimafreundlich zu leben.“ Das Klimapaket vom 20. September sei nur die Einigung auf den kleinsten gemeinsamen Nenner gewesen. „Wir fordern noch effektivere Maßnahmen und nicht so zögerliche Bemühungen!“

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Die Volksstimme fragte vor Ort zwei Demonstrantinnen nach ihrer Intention, warum sie sich am Protest beteiligen: Sabine Brandt aus Salzwedel geht einerseits für ihre Kinder und andererseits auf Bitten ihrer Chefs auf die Straße. Sie arbeitet in Jeebel in einem Bioversand. „Unsere Chefs haben uns schon am 20. September gebeten, bei der Demo mitzumachen. So auch heute.“

Mehr Gedanken machen

Dieses Mal ist die junge Frau ohne ihre Kinder unterwegs. „Sie konnten beim letzten Mal den Fußmarsch konditionell nicht bis zum Schluss mitgehen. Ich möchte aber heute bis zum Ende bleiben, daher bin ich allein gekommen.“ Der Klima- und Umweltschutz müsse mehr ins Gedächtnis der Leute rutschen. Für sie seien die Demos an Freitagen schon zu einem richtigen Ritual geworden. „Umso mehr Leute wir sind, umso mehr werden es hoffentlich in Zukunft werden. Je größer die Bewegung wird, umso mehr machen sich mal Gedanken über das Thema.“

Birgit Lindner demonstriert für die Zukunft der Kinder und für sich selbst. „Meine erste Demo war am 20. September. Meine Tochter demontiert schon länger. Bis der Punkt kam, an dem ich mich für meine Generation erwischt fühlte, wusste ich, dass ich die Jugendlichen unterstützen muss.“

Weniger Verpackungsmüll

Nach den ganzen Monaten merke man schon, dass ein Wandel und Umdenken stattgefunden habe. „Im Supermarkt gibt es weniger Verpackungsmüll und mehr Bio-Produkte. Ich bringe beispielsweise einen Behälter mit zur Fleischtheke. Das ist für die Verkäuferinnen schon normal“, erzählte sie. „Das Klimapaket der Regierung reicht einfach nicht aus“.

Nach Angaben des Polizeireviers Salzwedel verlief die Demo durch die Hansestadt friedlich. Rund 120 Teilnehmer hätten sich der Bewegung angeschlossen.