Zehren l Am Wochenende ist mal Zeit zum Krafttanken und Besinnen, zum Innehalten. Aber auch zum Auffüllen der Warenbestände und zum Beladen des mobilen Tante-Emma-Ladens von Birgit Wißwe in Zehren. „Bei mir sind neben Butter, Brot, Milch, Obst und Gemüse auch Salate, Fisch, Wurst, Gewürze, gestrickte Socken oder Masken zu haben“, zählt die stets gut gelaunte und entgegenkommende „fliegende Händlerin“ auf.

Stöbert man in den Regalen oder hinter der herausfahrbaren Ladentheke (natürlich nur mit den Augen, denn Betreten darf man wegen der Hygiene das Refugium nicht), sind auch Joghurts, Puddingpulver, Schokolade und Nüsse zu finden.

Regionale Produkte

„Ich lege viel Wert auf regionale Produkte, kaufe aber mittlerweile nicht mehr alles selbst ein“, offenbart die Händlerin. Sie werde von einem Anbieter direkt beliefert. „Mir fehlt einfach die Zeit“, erklärt sie. Denn die Verkaufstouren über Land nähmen mehr Raum ein.

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Dabei sei der Kundenstamm durch Corona, die sie seit März 2020 begleite, weder kleiner noch größer geworden. Einige seien direkt dazugekommen, andere dafür weggeblieben.

Über 15 Orte beliefere sie auf ihren Touren. Dienstags sei Arendsee-Tag mit Stopp am Altenheim und dem Bereich mit vielen Senioren, mittwochs und donnerstags gehe es nach Höwisch, Harpe, Priemern und weiter in die Ostaltmark Richtung Osterburg.

Viele Gespräche

„Mehr geworden sind aber Aufträge für Menschen in Schwierigkeiten“, so Birgit Wißwe. Zum Beispiel schaue sie bei einigen persönlich in den Kühlschrank, um fehlenden Bedarf festzustellen. In Absprache bringe sie dann beim nächsten Mal das entsprechende mit. Dafür und auch für die Gespräche nehme sie sich Zeit.

„Gerade in Pandemiezeiten fehlt vielen menschlicher Kontakt und Ansprache“, weiß sie.

Auch für Sonderwünsche habe sie ein offenes Ohr und Kapazität. In ihrem Notizheft steht daher auch schon mal ein Blumenstrauß. „Und Bedarf haben nicht nur die älteren meiner Kunden, sondern auch junge Leute“, betont Birgit Wißwe. So mancher sei auch schon deshalb froh über ihren Service, weil ihn das Einkaufen im Supermarkt mit Maske und mit vielen Käufern im Umfeld zu sehr abschrecke und belaste.

Maske und Plexiglas

Das Masketragen sei in der Pandemie wichtig, aber sie sei in ihrem Wagen ohnehin durch Abstand und Plexiglas geschützt und gebe dadurch auch ihrem Gegenüber auf der anderen Seite des Tresens Schutz und Sicherheit.

Seit 2002 ist Birgit Wißwe mit dem Minilädchen unterwegs. Davor betrieb ihre Mutter Linda das fahrende Geschäft. „Mir macht meine Arbeit jeden Tag Spaß“, betont die engagierte Händlerin.